Diese Seite gibt einen Überblick über die 40 mündlichen Korpora des Archiv für Gesprochenes Deutsch, die online zugänglich sind.

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AD
Australiendeutsch

Das Korpus Australiendeutsch wurde im Rahmen eines Projektes der Monash University in Melbourne erstellt. Projektleiter war Michael Clyne. Das Korpus umfasst 220 Tonaufnahmen mit einer Gesamtdauer von 64 Stunden und 19 Minuten aus der Zeit von 1966 bis 1973. Die im AGD restaurierten Aufnahmen stammen aus South Australia und Victoria. Sie enthalten Erzählungen, Interviews und Bildbeschreibungen von und mit 333 älteren Frauen und Männern, deren Familien z.T. seit drei Generationen in Südaustralien leben. 168 dieser Aufnahmen sind transkibiert. Die Transkripte (orthographische Transkription ; orthographische Normalisierung ; Lemmatisierung ; POS-Tagging) wurden im AGD überarbeitet und aligniert. Anhand der Metadaten wurden eine Themenliste erstellt. Außerdem gibt es alphabetisch und nach Frequenzen geordnete Wort- und Lemmalisten. Das Korpus AD-- wird in der Datenbank für Gesprochenes Deutsch (DGD) bereitgestellt, einzelne Tonaufnahmen können auch im persönlichen Service des AGD weitergegeben werden.

220 Ereignisse 220 Sprechereignisse 333 Sprecher
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BB
Deutsche Mundarten: Kreis Böblingen

Das Korpus Deutsche Mundarten: Kreis Böblingen (BB--) wurde von Ulrich Engel erstellt. Er hat anhand der Daten u.a. Untersuchungen zur Mundartschichtung und zur Auflösung der Mundart durchgeführt. Das Korpus BB-- umfasst 73 Tonaufnahmen aus der Zeit von 1963 bis 1967 mit einer Gesamtdauer von 42 Stunden und 28 Minuten. Es handelt sich um Aufnahmen von Erzählungen, Unterhaltungen und der Vorlesesprache von Dialektsprechern, Frauen und Männern unterschiedlichen Alters aus 35 Orten im Kreis Böblingen (im Zuschnitt der 1960er Jahre vor der Gebietsreform). Ulrich Engel hat die originalen Aufnahmen 1994 dem Deutschen Spracharchiv (DSAv) im IDS übergeben, dort wurden sie zur Sicherung zunächst auf andere Tonbänder übertragen. Die Aufnahmen wurden im Archiv für Gesprochenes Deutsch (AGD) (früher: Deutsches Spracharchiv) digitalisiert. Drei Transkripte sind im AGD entstanden und archiviert. Anhand der Metadaten wurde eine Themenliste erstellt. Die im IDS archivierten Tonaufnahmen und Transkripte des Korpus BB-- werden in der Datenbank für Gesprochenes Deutsch (DGD) bereitgestellt, einzelne Aufnahmen können auch im persönlichen Service des AGD weitergegeben werden.

73 Ereignisse 73 Sprechereignisse 193 Sprecher
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BETV
Belgische TV-Debatten

Die Aufnahmen des Korpus "Belgische TV-Debatten" wurden dem Archiv für Gesprochenes Deutsch im November 2016 von Prof. Dr. Kurt Feyaerts (KU Leuven) überlassen, der sie zuvor in Absprache mit dem Belgischen Rundfunk (BRF) für lehrstuhlinterne Forschungsarbeiten verwendet hatte. Das Korpus umfasst zehn Videoaufzeichnungen von Sendungen mit Wahldebatten von je einer Stunde, die anlässlich der Kommunalwahlen in Belgien 2012 vom Fernsehen der Deutschsprachigen Gemeinschaft (DG) aufgenommen wurden. Alle deutschsprachigen Gemeinden Belgiens (Amel, Büllingen, Burg Reuland, Bütgenbach, Eupen, Kelmis, Lontzen, Raeren, Sankt Vith) sind in dieser Serie vertreten. Dazu kommt eine Debatte mit deutschsprachigen KandidatInnen für den Provinzialrat (Provinz Lüttich). Für alle 10 Aufnahmen wurden mittels Automatischer Spracherkennung Transkripte erstellt. Zwei manuelle Transkripte entstanden auch für das FOLK-Korpus.

10 Ereignisse 10 Sprechereignisse 46 Sprecher
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BR
Biographische und Reiseerzählungen

Das Korpus Biographische und Reiseerzählungen (BR--) umfasst 7 Tonaufnahmen aus der Zeit von 1985 bis 1990 mit einer Gesamtdauer von 5 Stunden und 30 Minuten. Es handelt sich um Aufnahmen von Erzählungen von und Interviews mit 24 überwiegend jungen Frauen und Männern aus Ostdeutschland, Polen und der Tschechoslowakei. Die Aufnahmen wurden unter der Leitung von Katharina Meng (Zentralinstitut für Sprachwissenschaft der Akademie der Wissenschaften der DDR) vor und nach der politischen Wende 1989/90 in der DDR gemacht. Die vor 1989 aufgezeichneten Erzählungen handeln über Reisen im Rahmen des in der DDR damals Möglichen, also Reisen innerhalb der DDR und in die sog. „Bruderstaaten“ Tschechoslowakei, Polen, Ungarn. Die 1989/90 aufgezeichneten Erzählungen und Interviews berichten über persönliche Erinnerungen an die Wendezeit in der DDR, die ersten Reisen nach Westdeutschland und die Vereinigung Deutschlands am 3.10.1990 sowie rückblickend über politische Erfahrungen in der DDR. Die Tonaufnahmen (als Kopien), Transkripte und weiteres Material wurden von Katharina Meng dem Archiv für Gesprochenes Deutsch (AGD) (früher: Deutsches Spracharchiv) übergeben und dort digitalisiert. 7 Transkripte unterschiedlichen Typs sind archiviert. Diese insgesamt 7 Transkripte wurden im AGD neu bearbeitet (Wortlaut orthographisch ; zusätzliche Notationen ; Lemmatisierung ; POS-Tagging) und mit dem Ton synchronisiert (aligniert). Die im IDS archivierte Version des Korpus BR-- wird in der Datenbank für Gesprochenes Deutsch (DGD) bereitgestellt, einzelne Aufnahmen können auch im persönlichen Service des AGD weitergegeben werden.

7 Ereignisse 7 Sprechereignisse 24 Sprecher
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BW
Berliner Wendekorpus

Das Berliner Wendekorpus (BW--) wurde im Projekt "Kollektives Gedächtnis – sozialer und sprachlicher Wandel in der Nachwendezeit" am Institut für Deutsche und Niederländische Philologie der Freien Universität Berlin erstellt. Projektleiter war Norbert Dittmar. Im Rahmen des Projekts sollte der gesellschaftliche Umbruch nach dem Fall der Berliner Mauer 1989 als Kollektion individueller und gruppenspezifischer Erfahrungen dokumentiert werden. Im Fokus der Untersuchung standen Umbruchdiskurse (Erzählungen zum Fall der Mauer 1989 und argumentative Befindlichkeitsgespräche zu individuellen, sozialen und wirtschaftlichen Aspekten des Alltagslebens im Zeitraum 1992 bis 1995) von Ost- und Westberlinern. Die Interviews wurden von Teilnehmerinnen eines Fortbildungsseminars für Ostberliner Grundschullehrerinnen an der FU und Westberliner Studentinnen der FU im jeweiligen Freundes- und Bekanntenkreise durchgeführt. Typische Fragen waren: "Wie hast du den Fall der Mauer erlebt?" - "Wie geht es dir heute, X Jahre danach?". Häufig werden die jeweiligen ost- und westspezifischen Erfahrungen gemeinsam geteilt und verarbeitet. Zum einen werden der Stand des 'typischen' Berlinischen im Ostteil (Ende der DDR-Zeit) und die leicht berlinisch markierte Umgangssprache (durch Zuwanderung Westdeutscher während der "Mauer"-Zeit) im Westteil der Stadt dokumentiert. Urbane sprechsprachliche Muster koexistieren mit überregionalen umgangssprachlichen Konstruktionen. Das Korpus eignet sich (unter vielen anderen Fragestellungen) besonders für die Beschreibung diskursiver Kontraste, mit denen zwei sich im aktuellen Stadium des sozialen Konfliktes befindliche Gruppen (Stereotypen "Ossis" vs. "Wessis") zur krisenhaften Zeit des Umbruchs wahrnehmen. Die Sprecher beider Gruppen kontextualisieren ihre soziale Identität in allen Diskursen variantenreich. Die im IDS archivierte Fassung des Korpus BW-- umfasst 50 Tonaufnahmen aus der Zeit von 1992 bis 1996 mit einer Gesamtdauer von 26 Stunden und 15 Minuten. Es handelt sich um Aufnahmen von Interviews mit 30 Ostberlinern und 26 Westberlinern (Frauen und Männer) im Alter von 19 bis 55 Jahren. Die Aufnahmen wurden im Archiv für Gesprochenes Deutsch (AGD) (früher: Deutsches Spracharchiv) digitalisiert. 50 Transkripte (literarische Transkription mit prosodischen Merkmalen, orthographische Normalisierung, Lemmatisierung, POS-Tagging) sind archiviert. Sie wurden im AGD mit dem Ton synchronisiert (aligniert). Außerdem gibt es alphabetisch und nach Frequenzen geordnete Wort- und Lemmalisten. Die im IDS archivierte Version des Korpus BW-- wird in der Datenbank für Gesprochenes Deutsch (DGD) bereitgestellt, einzelne Tonaufnahmen können auch im persönlichen Service des AGD weitergegeben werden.

50 Ereignisse 50 Sprechereignisse 56 Sprecher
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DH
Deutsch heute

Das Korpus "Deutsch heute" (DH-- ) wurde von 2006-2009 mithilfe einer Drittmittelförderung der Leibniz-Gemeinschaft (SAW-Verfahren) durch die MitarbeiterInnen des IDS-Projekts "Variation des gesprochenen Deutsch" erhoben (Projektleitung Nina Berend). An insgesamt 194 Orten wurden im ganzen Gebiet, in dem Deutsch Amts- und Unterrichtsprache ist (Deutschland, Österreich, Schweiz, Südtirol, Luxemburg, Ostbelgien, Liechtenstein), Sprachaufnahmen zum größeren Teil mit OberstufenschülerInnen an Gymnasien, zum kleineren Teil mit Personen im Alter von 50-60 Jahren durchgeführt. Insgesamt wurden Sprachdaten von 671 Schülerinnen und Schülern (in der Regel vier pro Erhebungsort, je zwei davon weiblich bzw. männlich) sowie 155 Personen der mittleren Generation (meistens zwei, seltener eine pro Erhebungsort, Geschlechterverhältnis ebenfalls ausgeglichen) gesammelt. Von den TeilnehmerInnen liegen je ca. 90 Minuten Sprachaufnahmen vor. Jede dieser Aufnahmen besteht zur Hälfte aus Vorleseaufgaben, im Einzelnen einer Wortliste mit 1000 Wörtern, Lesetexten (Nordwind und Sonne, populärwissensschaftlicher Text, konstruierte Sätze), sowie einer Bildbenennungs- und einer Übersetzungsaufgabe. Die andere Hälfte enthält ein ca. 30-minütiges, schwerpunktmäßig sprachbiographisches Interview durch den jeweiligen Explorator und eine ca. 15-minütige Wegbeschreibungsaufgabe (Map-Task), in der zwei SchülerInnen miteinander sprachlich interagieren. Die Korpusdaten werden im Projekt "Gesprochenes Deutsch" vor allem hinsichtlich ihrer regionalen Aussprachevariation im Bereich ausgewertet und die Ergebnisse seit 2011 im Atlas zur Aussprache des deutschen Gebrauchsstandards online (http://prowiki.ids-mannheim.de/bin/view/AADG/) publiziert.

249 Ereignisse 6988 Sprechereignisse 831 Sprecher
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© Christian Zimmer
DNAM
Deutsch in Namibia

Das Korpus Deutsch in Namibia (DNam) wurde im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekts „Namdeutsch: Die Dynamik des Deutschen im mehrsprachigen Kontext Namibias“ (2016 – 2020) erstellt, das an der Universität Potsdam, der Humboldt-Universität zu Berlin (HU), der Freien Universität Berlin (FU) und der University of Namibia, Windhoek durchgeführt wurde. Die Projektleiter*innen waren Heike Wiese (Potsdam, HU) und Horst Simon (FU); Kooperationspartner*innen waren Marianne Zappen-Thomson (Windhoek) und Hans Boas (Austin); Mitarbeiter*innen waren Christian Zimmer, Janosch Leugner, Laura Perlitz, Yannic Bracke und Britta Stuhl. Das Korpus dokumentiert den Sprachgebrauch und die Spracheinstellungen der deutschsprachigen Minderheit in Namibia. Die Aufnahmen entstanden im Juli/August und November 2017 in Unterrichts- und Internatsgebäuden von teil-deutschsprachigen Schulen, auf Farmen, in Privatgebäuden und öffentlichen Räumen in Namibia. Insgesamt umfasst das Korpus 227 Aufnahmen von 110 beteiligten Sprecher*innen mit einer Gesamtlänge von 18 Stunden und 39 Minuten. Die Aufnahmen entstanden in drei verschiedenen Set-ups: semi-strukturierte Interviews (zu Sprachbiographie, -einstellungen, perzeptionsdialektologischen Aspekten usw.), freie Gespräche (von zwei bis fünf Personen in Abwesenheit der Forscher*innen) und „Sprachsituationen“ (Simulation einer formellen bzw. informellen Kommunikationssituation). Die Interviews umfassen sieben Aufnahmen mit 15 beteiligten Sprecher*innen und einer Gesamtlänge von 4 Stunden und 42 Minuten, die freien Gespräche umfassen 22 Aufnahmen mit 65 beteiligten Sprecher*innen und einer Gesamtlänge von 9 Stunden und 15 Minuten, und die „Sprachsituationen“ umfassen 198 Aufnahmen mit 103 beteiligten Sprecher*innen und einer Gesamtlänge von 4 Stunden und 42 Minuten. Alle Aufnahmen liegen als Audio-Dateien und in transkribierter Form vor. Die Transkription erfolgte nach den cGAT-Konventionen und mit dem Partitur-Editor von EXMARaLDA. Die Transkripte sind mit vier Annotationsebenen versehen: orthographische Normalisierung, Lemmatisierung, Part-Of-Speech-Tagging (STTS 2.0), Identifikation kontaktsprachlicher Tokens. Die am Korpus beteiligten Sprecher*innen sind Jugendliche im Alter von 14 bis 18 und Erwachsene im Alter von 26 bis 75 Jahren. Es handelt sich um Personen mit Erstsprache Deutsch, die in Namibia geboren oder (in Einzelfällen) in früher Kindheit eingewandert sind. Für weitere Informationen über die Sprecher*innen stehen zahlreiche Metadaten zur Verfügung, die per Fragebogen erhoben wurden. Einige dieser Metadaten können als Filter verwendet werden (Geburtsjahr, Geschlecht, Geburtsort, etc.). Die weiteren Metadaten (z.B. sprachbiographische Informationen) sind als Zusatzmaterial zum Korpus in Form einer Tabelle hinterlegt. Über die Verfügbarkeit des Korpus in der Datenbank für Gesprochenes Deutsch (DGD) hinaus sind einzelne beispielhafte Tonaufnahmen zum Download verfügbar. Weitere Informationen finden sich in folgender Publikation. Zitieren Sie bitte diesen Aufsatz, wenn Sie Daten aus dem DNam-Korpus verwenden: Zimmer, Christian, Heike Wiese, Horst J. Simon, Marianne Zappen-Thomson, Yannic Bracke, Britta Stuhl & Thomas Schmidt. (2020): Das Korpus Deutsch in Namibia (DNam): Eine Ressource für die Kontakt-, Variations- und Soziolinguistik. [Im Internet unter: www.geisteswissenschaften.fu-berlin.de/v/namdeutsch/Publikationen/]

179 Ereignisse 227 Sprechereignisse 117 Sprecher
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DR
Deutsche Mundarten: DDR

Das Korpus DR-- wurde von Mitarbeitern des Instituts für deutsche Sprache und Literatur der Akademie der Wissenschaften der DDR erstellt. Projektleiter war Hans-Joachim Schädlich. In Anlehnung an die Aufnahmeaktion des damaligen Deutschen Spracharchivs (DSAv) (vgl. Korpus ZW--, Deutsche Mundarten: Zwirner-Korpus) sollten Proben der Dialekte Ostdeutschlands erfasst und ein nach einheitlichen Gesichtspunkten gewonnenes und vergleichbares Material zusammengetragen werden. Weitere Informationen über das Projekt sind u.a. veröffentlicht in: Hans-Joachim Schädlich, Heinrich Eras (1965): Bericht über die Tonbandaufnahmen der deutschen Mundarten in der Deutschen Demokratischen Republik. In: Berichte über dialektologische Forschungen in der Deutschen Demokratischen Republik. Berlin, S. 24-27. Das Korpus DR-- umfasst 1642 Tonaufnahmen aus der Zeit von 1960 bis 1968 mit einer Gesamtdauer von 385 Stunden und 13 Minuten. Es handelt sich um Aufnahmen von Erzählungen, Unterhaltungen und Standardtexten (Vergleichstexte, Wortlisten) mit 1582 Sprechern aus der DDR und ehemals deutschen Ostgebieten. Die Vergleichstexte basieren auf dem Wortmaterial der Wenkersätze. Bei der Umsetzung der Vergleichstexte konnten die Sprecher in Wortwahl und Wortstellung frei verfahren. In vielen Fällen wurden schriftliche Übertragungen der Texte angefertigt, vereinzelt auch von Teilen der Erzählungen. Die Aufnahmen wurden im Archiv für Gesprochenes Deutsch (AGD) (früher: Deutsches Spracharchiv) digitalisiert. In Zusammenarbeit zwischen dem MPI für evolutionäre Anthropologie (Leipzig) und dem Archiv für Gesprochenes Deutsch (AGD) wurden 117 Transkripte (Standardorthographische Transkription mit Satzzeichen nach Orthographie, erläuternde Kommentaren, teilweise prosodische Annotation, Annotation von unvollständigen Wörtern) angefertigt, die im AGD archiviert sind. Zwischenzeitlich sind 9 weitere Transkripte entstanden, teilweise in literarischer Umschrift, zu nun insgesamt 126. Anhand der Metadaten wurden eine Themenliste, eine Liste der sprachlichen Besonderheiten und eine Liste der Berufe der Sprecher erstellt. Außerdem gibt es schriftliche Fassungen der Vergleichstexte und der Wortlisten. Das Korpus DR-- wird in der Datenbank für Gesprochenes Deutsch (DGD) bereitgestellt, einzelne Tonaufnahmen können auch im persönlichen Service des AGD weitergegeben werden.

444 Ereignisse 1642 Sprechereignisse 1580 Sprecher
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DS
Dialogstrukturen

Das Korpus Dialogstrukturen (DS--) wurde in einem Verbundprojekt unter Beteiligung folgenden Einrichtungen erstellt: IDS-Forschungsstelle Freiburg; Universität Freiburg, Deutsches Seminar; Universität Gießen, Lehrstuhl für Psychologie. Projektleiter war Hugo Steger. Das Projekt führte Fragestellungen der Gesprochenen-Sprache-Forschung fort, wie sie sich z.B. aus Arbeiten des Projekts Grundstrukturen der deutschen Sprache ergeben hatten, aus dem das Korpus Grundstrukturen: Freiburger Korpus (FR--) hervorgegangen ist. Durch die Analyse der Organisation natürlicher Dialoge sollten nun Regelhaftigkeiten und Regeln der Gesprächsorganisation für einzelne Dialoge und verallgemeinernd für Dialogtypen beschrieben werden. Versuchsweise sollte auch geklärt werden, zu welchen Anteilen und mit welchen Funktionen nonverbale Verhaltenselemente in der Kommunikation eingesetzt werden. Weitere Projektinformationen sind veröffentlicht in: Franz-Josef Berens, Karl-Heinz Jäger, Gerd Schank, Johannes Schwitalla (1976): Projekt Dialogstrukturen. Ein Arbeitsbericht. Heutiges Deutsch I/12. München: Hueber. Das Korpus DS-- umfasst 70 Tonaufnahmen aus der Zeit von 1960 bis 1977 mit einer Gesamtdauer von 15 Stunden und 18 Minuten aus unterschiedlichen Quellen. 51 Aufnahmen wurden aus dem Korpus Grundstrukturen: Freiburger Korpus (FR--) übernommen und nach projektspezifischen Konventionen neu transkribiert. Es handelt sich um Aufnahmen mit 152 Sprechern (Frauen und Männer) der Standardsprache bzw. standardnahen Umgangssprache in öffentlicher und nicht öffentlicher Kommunikation. Aufgezeichnet wurden Sprechereignisse unterschiedlicher Art (Anmeldung, Befragung, Beratung, Diskussion, Erklärung, Interview, Prüfung, Unterhaltung, Verabredung), die z.T. im Rahmen von Rundfunksendungen stattfanden. Die Aufnahmen wurden im Archiv für Gesprochenes Deutsch (AGD) (früher: Deutsches Spracharchiv) digitalisiert. 70 Transkripte (Wortlaut orthographisch, zusätzliche Notationen, Lemmatisierung, POS-Tagging) sind archiviert. Sie wurden im AGD mit dem Ton synchronisiert (aligniert). Anhand der Metadaten wurden eine Themenliste und eine Liste der Berufe der Sprecher erstellt. Außerdem gibt es alphabetisch und nach Frequenzen geordnete Wort- und Lemmalisten. Das Korpus DS-- wird in der Datenbank für Gesprochenes Deutsch (DGD) bereitgestellt, einzelne Tonaufnahmen können auch im persönlichen Service des AGD weitergegeben werden.

70 Ereignisse 70 Sprechereignisse 152 Sprecher
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DTRK
Deutsch von Türkeirückkehrern

Das Korpus "Deutsch von Türkeirückkehrern" (DTRK) wurde im Rahmen eines Eigenprojekts an der Abteilung für Deutsche Sprache und Literatur der naturwissenschaftlichen und philosophischen Fakultät der Marmara Universität in Istanbul mit Unterstützung des AGD erhoben. Projektleiterin war Serap Devran. Die Datenerhebung erfolgte vor allem durch sog. "autobiographische-narrative Interviews", ggfs. ergänzt durch ethnografisch-historische Materialien. Ziel des Projektes war die biographische und interaktionsanalytische Untersuchung der Migrationserfahrungen von GermanistikstudentInnen der Marmara Universität in Istanbul, die in Deutschland geboren oder als Kleinkinder nach Deutschland gekommen und dort aufgewachsen sind und die das deutsche Bildungssystem entweder ganz oder teilweise durchlaufen haben. Im Zentrum des Projektinteresses standen die verschiedenen Lebensgeschichten, die sozialen und sprachlichen Erfahrungen der StudentInnen in Deutschland und in der Türkei. Dabei sollten die sprachlichen Mittel analysiert werden, die die InformantInnen verwenden, um die Erfahrungen und Ereignisse in der alten und in der neuen Lebenswelt darzustellen, zu bewerten und zu versprachlichen. Das sind sprachliche Handlungen und kommunikative Praktiken, mit denen die ErzählerInnen sich selbst, ihr erzähltes Ich und andere Personen der erlebten Geschichte darstellen und handeln lassen, um sie als sozial bestimmbare Personen zu positionieren.

12 Ereignisse 12 Sprechereignisse 13 Sprecher
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EK
Elizitierte Konfliktgespräche zwischen Müttern und jugendlichen Töchtern

Das Korpus Elizitierte Konfliktgespräche zwischen Müttern und jugendlichen Töchtern (EK--) wurde im Teilprojekt C2: Argumente in Konfliktgesprächen zwischen Eltern und Jugendlichen des Sonderforschungsbereichs 245: Sprechen und Sprachverstehen im sozialen Kontext (Mannheim, Heidelberg) erstellt. Projektleiter war Manfred Hofer. Im ersten Projektabschnitt richtete sich die Arbeit v.a. auf eine Beschreibung der in Konfliktgesprächen zwischen Müttern und ihren jugendlichen Töchtern vorgebrachten Argumente und deren Verläufe im Gespräch. Dazu wurde ein integriertes sprachpsychologisches und linguistisches Kategoriensystem zur Klassifikation von Gesprächen entwickelt. Mithilfe dieses Systems war es möglich, Unterschiede in der Häufigkeit des Auftretens einzelner Argumentationselemente zwischen Müttern und Töchtern zu identifizieren und unterschiedliche "Niveaus" des Argumentierens und deren Abhängigkeit vom Alter der Töchter festzustellen sowie eine Typologie von Gesamtgesprächen zu erstellen. In den weiteren zwei Jahren standen erklärende Fragen im Mittelpunkt. Zum einen wurden sequenziell argumentative Abhängigkeiten im Gesprächsverlauf ermittelt, zum anderen wurde der Zusammenhang zwischen situativen Absichten (motivationalen Tendenzen) der beiden Partner und deren Vorbringen von Argumenten im Gespräch untersucht. Weitere Projektinformationen sind enthalten in: Manfred Hofer, Birgit Pikowsky, Thomas Spranz-Fogasy (1992): Projekt "Argumente in Konfliktgesprächen zwischen Eltern und Jugendlichen." Abschlussbericht an die Deutsche Forschungsgemeinschaft. Das Korpus EK-- umfasst 138 Tonaufnahmen mit 214 Sprecherinnen aus den Jahren 1988 und 1990 mit einer Gesamtdauer von 12 Stunden und 23 Minuten. Die Mütter waren zum Zeitpunkt der Aufnahmen zwischen 31 und 58 Jahren alt, die Töchter zwischen 12 und 24 Jahren. Die Aufnahmen wurden im Archiv für Gesprochenes Deutsch (AGD) (früher: Deutsches Spracharchiv) digitalisiert. 138 Transkripte (Wortlaut orthographisch, zusätzlichen Notationen) sind archiviert. Anhand der Metadaten wurde eine Themenliste erstellt. Das Korpus EK-- wird in der Datenbank für Gesprochenes Deutsch (DGD) bereitgestellt, einzelne Tonaufnahmen können auch im persönlichen Service AGD weitergegeben werden.

107 Ereignisse 138 Sprechereignisse 0 Sprecher
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FEGB
Flucht und Emigration nach Großbritannien

Das Korpus "Flucht und Emigration nach Großbritannien (FEGB)" wurde im Rahmen eines Forschungsaufenthalts in Großbritannien durch Eva-Maria Thüne (Universität Bologna, Italien) erstellt, die von Januar bis Juli 2017 Fellow in Cambridge (Clare Hall) war. Dort und im Großraum London hat sie die meisten der Interviews über Sprache und kulturelle Identität der Emigranten 70 bis 80 Jahre nach ihrer Immigration nach Großbritannien aufgenommen. Das gesammelte Korpus schließt konzeptionell und methodisch an das Korpus „Emigrantendeutsch in Israel (IS)“ an. Es wurden 42 narrative Interviews mit meistens jüdischen MigrantInnen in Großbritannien geführt, die in den 1930er Jahren aus Nazi-Deutschland, Österreich und der damaligen Tschechoslowakei emigriert waren. Der Großteil der Interviewten war mit dem „Kindertransport“ emigriert, der Rest hatte in den 1930er Jahren als Kinder oder Jugendliche unabhängig vom Kindertransport in Großbritannien Zuflucht gefunden. Außerdem wurden 10 Männer und Frauen der 2. Generation auf Englisch nach ihren Erfahrungen befragt. Diese Interviews fanden auf Englisch statt und sind nicht im FEGB dokumentiert. Die Gespräche mit den Emigranten wurden meist in den Privatwohnungen der Interviewten geführt und sind unterschiedlich lang (zwischen 45 Minuten bis mehr als 2 Stunden).Sie sind dialogisch angelegt, enthalten aber auch längere monologische Teile. Es ging in den Gesprächen hauptsächlich um Fragen des Sprachwechsels, Spracherwerbs, der Spracherhaltung und Sprachtradition in der Familie, doch wurde auch vieles angesprochen, was weit über diesen Themenbereich hinausreichte. Gemeinsame Themen sind Kindheitserinnerungen, Erfahrungen von Antisemitismus, Flucht/Emigration, Neuanfang, kulturelle Umorientierung, Kontakt und Reisen in deutschsprachige Länder nach dem 2. Weltkrieg. Dazu kommen viele individuelle Berichte. Von den Interviewten sprechen einige Standarddeutsch, die meisten aber Deutsch mit mehr oder weniger starkem Einfluss des Englischen, wobei es auch häufig zu Code-Switching und -mixing kommt. 2019 wurde anlässlich des 80. Jahrestags des 1. Kindertransports im Jahr 1938 ein Teil der Gespräche in dem Buch „Gerettet. Berichte von Kindertransport und Migration nach Großbritannien“ veröffentlicht (s.u.). Weitere Projektinformationen befinden sich auf der Webseite zu diesem Projekt und dem Buch dazu: http://www.gerettet2019.wordpress.com. Die Gesamtdauer der Interviews beträgt 3876 Minuten, d.h. ca. 64 Stunden (2189 Minuten mit ehemaligen Kindern des Kindertransports und 1687 Minuten mit Nicht-Kindertransport Personen). Zu den im AGD zur Verfügung stehenden Interviews gibt es Wortlauttranskripte. Außerdem gibt es Originalfragebögen.

37 Ereignisse 37 Sprechereignisse 37 Sprecher
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FGOP
Fluchtgeschichten aus Ostpreußen

Das Korpus besteht aus narrativen autobiographischen Interviews (Interviewerin: Lucia Cinato, Universität Turin), mit drei Überlebenden aus Ostpreußen - heute Polen und Russland -, die von Ereignissen der letzten Monate des Zweiten Weltkriegs berichten. Alle drei gehören zur gleichen Familie, haben aber diametral entgegengesetzte traumatische Erfahrungen erlebt, die emblematisch für diese Zeit sind. Auf der einen Seite steht hier die Flucht mit einer verheerenden Anzahl von Todesopfern, die aus extremen Wetterbedingungen, der Verfolgung durch Panzer und russischen Soldaten sowie Bombenangriffen (zum Beispiel in der Lagune der Frischen Nehrung) resultierten. Auf der anderen Seite steht die Unmöglichkeit der Flucht, mit der daraus resultierenden Angst vor Rache und Vergeltung, zunächst durch russische Soldaten und später durch polnische Einheiten, die die Teile Deutschlands östlich von Oder und Neiße (außer dem nördlichen Ostpreußen) als Entschädigung für die durch den Hitler-Stalin-Pakt erlittenen Gebietsverluste im Osten Polens in Besitz nahmen, wie es in den Konferenzen in Teheran und Jalta festgelegt worden war. Die Befragten durften ihre Geschichten frei erzählen und ihre Erinnerungen wurden mit direkten Fragen und Präzisierungen auf den Zeitraum zwischen Januar 1945 und April 1956 fokussiert, die Periode, während der die drei Geschwister von einander getrennt waren. Die narrativen Interviews dauern zwischen 12 Minuten und 3 Stunden und wurden verteilt über mehrere Sitzungen durchgeführt. Die Befragten waren während der Aufnahmen jeweils 86 (Otto) und 81 Jahre alt (Hedwig und Gertrud, Zwillinge). In diese Aufnahmen greifen auch Mitglieder aus dem nahen Familienkreis ein, die bei den Interviews anwesend waren, um die Geschichte inhaltlich zu vervollständigen. Die Dimension der Erzählung in den Interviews berücksichtigt keine bestimmte zeitlich-räumliche Reihenfolge. Sie wird von mentalen Assoziationen bestimmt, die allmählich dank der Interaktion zwischen den anwesenden Personen entstehen. Aus den Interviews gehen auch allgemeinere Daten hervor: die geografisch-politische Situation einiger Orte und Territorien in der Vor- und Nachkriegszeit, die Bedingungen der Flucht Richtung Westen und die Versenkung der Wilhelm Gustloff, die im Januar 1945 von einem sowjetischen U-Boot versenkt wurde. Die Aufnahmen haben das Ziel, bestimmte Wege der Familiengeschichte zu rekonstruieren. Sie bezeugen psychologische Schwierigkeiten, diese Leidensgeschichten zu erzählen, die jahrelang verschwiegen wurden, auch wenn, wie in diesem Fall, die damaligen Protagonisten noch Kinder oder Jugendliche waren. Der Zweck des Projekts und der Analyse der Aufnahmen besteht darin, neben der oben schon erwähnten Rückverfolgung des Familiengedächtnisses der Befragten auch die Verwendung der Sprache für mündliche Erzählungen aus verschiedenen thematischen und sprachbezogenen Forschungsperspektiven zu untersuchen. Zu letzteren gehören die Analyse typischer Strukturen gesprochener Sprache, die Sprache der Strukturierung des erzählten Raums sowie die Sprache des emotionalen Ausdrucks. Diese Geschichten eignen sich auch für die Analyse von Identitätskonstruktion, d.h. die Suche nach der eigenen Identität durch Erzählung.

4 Ereignisse 7 Sprechereignisse 9 Sprecher
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FOLK
Forschungs- und Lehrkorpus Gesprochenes Deutsch

Das Forschungs- und Lehrkorpus Gesprochenes Deutsch (FOLK) wird seit 2008 in der Abteilung Pragmatik des IDS Mannheim aufgebaut. FOLK adressiert primär Forschende, Lehrende und Studierende aus den Bereichen der Gesprächsforschung, der Korpuslinguistik sowie damit verwandten Ansätzen. Ziel des Projekts ist die wissenschaftsöffentliche Bereitstellung eines Korpus von Gesprächen im deutschsprachigen Raum, das bezüglich des Parameters „Interaktionstyp“ eine größtmögliche Streuung aufweist. Zu diesem Zweck werden Gesprächsaufnahmen (Audio und Video) in unterschiedlichsten privaten (z.B. Tischgespräche, Gespräche bei Spielinteraktionen), institutionellen (z.B. Schulunterricht, berufliche Kommunikation) und öffentlichen (z.B. Podiumsdiskussionen, Schlichtungsgespräche) Kontexten erhoben. Zusätzliche Stratifikationsparameter wie regionale Herkunft, Alter oder Bildungsstand der Sprecher/-innen werden bei der Korpusausbaustrategie berücksichtigt, um eine Zusammenstellung von Teilkorpora zu ermöglichen, die bezüglich dieser Variablen ausgewogen sind. Die Aufnahmen werden nach den Konventionen für computergestützte GAT-Minimaltranskripte in literarischer Umschrift mit dem Editor FOLKER transkribiert und dabei in Segmenten von maximal 5 Sekunden mit den Aufnahmen aligniert. Für eine bestmögliche Durchsuchbarkeit des Korpus werden der literarischen Transkription drei weitere Annotationsebenen hinzugefügt: eine orthographische Normalisierung, eine Lemmatisierung und ein Part-Of-Speech-Tagging nach einer für Gesprächsdaten erweiterten Version des Stuttgart-Tübingen-Tagset. FOLK beinhaltet sowohl vom Projekt selbst erhobene Daten als auch Daten externer Kooperationspartner/-innen. Die aktuell veröffentlichte Version von FOLK (Version 2.18, Stand Juli 2022) umfasst Tonaufnahmen, Videoaufnahmen, Transkripte und Metadaten zu 400 Gesprächsereignissen mit 1.294 dokumentierten Sprecherinnen und Sprechern. Die Aufnahmen haben eine Gesamtdauer von 336 Stunden und 3 Minuten. Die Transkripte haben einen Umfang von 3.203.882 laufenden Wörtern. Von den 400 Gesprächsereignissen stehen für 135 Gesprächsereignisse auch Videoaufnahmen (mit einer Dauer von 151 Stunden und 6 Minuten) zur Verfügung; die anderen 265 Gesprächsereignisse (mit einer Dauer von 184 Stunden und 54 Minuten) sind mit reinen Audioaufnahmen dokumentiert. Im Korpus werden außerdem relevante Zusatzmaterialien bereitgestellt: Informationen über Settings und Verläufe der aufgezeichneten Interaktionen, alphabetisch und nach Frequenzen geordnete Wort- und Lemmalisten, Transkriptionskonventionen, Informationen zur Systematik der Metadaten sowie weitere ereignisspezifische Zusatzmaterialien. Das Korpus wird stetig ausgebaut. In regelmäßigen Abständen werden neue Daten über die DGD veröffentlicht. FOLK-Daten werden nur über die DGD, nicht über den persönlichen Service des Archivs für Gesprochenes Deutsch (AGD) bereitgestellt. Für weitere aktuelle Informationen siehe auch die Projekt-Webseite unter http://agd.ids-mannheim.de/folk.shtml. Für Hinweise zur geeigneten Zitation des FOLK-Korpus siehe Zitationshinweise im Hilfe-Menü der DGD.

400 Ereignisse 400 Sprechereignisse 1294 Sprecher
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FR
Grundstrukturen: Freiburger Korpus

Das Korpus Grundstrukturen: Freiburger Korpus (FR--) wurde in der ehemaligen Forschungsstelle Freiburg des IDS erstellt. Projektleiter war Hugo Steger. Im Rahmen des Projektes Grundstrukturen der deutschen Sprache hatte die Forschungsstelle Freiburg die Aufgabe, grammatische und stilistische Besonderheiten der gesprochenen Standardsprache zu beschreiben. Die Projektmitarbeiter haben für diesen Zweck ein umfangreiches Tonarchiv angelegt und Transkripte im Umfang von ca. 500.000 Wörtern erstellt. Anhand dieser Materialien wurden die grammatischen und stilistischen Analysen der Besonderheiten gesprochener Sprache durchgeführt, die unter anderem auch Aussagen über einen Zusammenhang zwischen redekonstellativen Bedingungen und dem Einsatz spezifischer Ausdrucksmittel ermöglichen sollten. Bearbeitet wurden die Bereiche Konjunktiv und Modus, Passiv, futurische und präsentische Tempora, Vergangenheitstempora, Morphologie und Wortumfang. Weitere Projektinformationen sind veröffentlicht in: Gesprochene Sprache. Bericht der Forschungsstelle Freiburg (Forschungsberichte des Instituts für deutsche Sprache 7) 2. Auflage, 1975. Tübingen: Narr. Das Korpus FR-- umfasst 222 Tonaufnahmen aus der Zeit von 1960 bis 1974 mit einer Gesamtdauer von 68 Stunden und 6 Minuten. Es handelt sich um Aufnahmen mit 812 Sprechern (Frauen und Männer) der Standardsprache bzw. standardnahen Umgangssprache in öffentlicher und nicht öffentlicher Kommunikation. Aufgezeichnet wurden Sprechereignissen unterschiedlicher Art (u.a. Beratung, Bericht, Besprechung, Diskussion, Erklärung, Erzählung, Interview, Predigt, Pressekonferenz, Reportage, Unterhaltung, Vortrag), die z.T. im Rahmen von Rundfunksendungen stattfanden. Die Aufnahmen wurden im Archiv für Gesprochenes Deutsch (AGD) (früher: Deutsches Spracharchiv) digitalisiert. 221 Transkripte (Wortlaut orthographisch, zusätzliche Notationen, z.T Intonationsnotationen, Lemmatisierung, POS-Tagging) sind archiviert. Sie wurden im AGD mit dem Ton synchronisiert (aligniert). Anhand der Metadaten wurden eine Themenliste und eine Liste der Berufe der Sprecher erstellt. Außerdem gibt es alphabetisch und nach Frequenzen geordnete Wort- und Lemmalisten. Das Korpus FR-- wird in der Datenbank für Gesprochenes Deutsch (DGD) bereitgestellt, einzelne Tonaufnahmen können auch im persönlichen Service des AGD weitergegeben werden.

222 Ereignisse 222 Sprechereignisse 812 Sprecher
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© Christian Zimmer
GDSA
Gesprochenes Deutsch im Südlichen Afrika

Das Projekt "Gesprochenes Deutsch im südlichen Afrika" hatte zum Ziel, die Varietäten des gesprochenen Deutsch in Namibia und Südafrika systematisch zu dokumentieren, per Internet zugänglich zu machen und exemplarisch zu beschreiben. Dazu wurden von Deutschsprachigen in Namibia und Südafrika Tonaufnahmen unterschiedlicher Textsorten und Sprachlagen angefertigt, die im Spracharchiv des Instituts für Deutsche Sprache (IDS) archiviert und in der Datenbank des Archivs zugänglich gemacht werden. Während einer Kontaktreise im April 2005 wurden in Namibia erste Tonaufnahmen als Pretests durchgeführt. In Aufnahmereisen im Februar/März 2012 in Südafrika und im Februar/März 2013 in Namibia wurde der Großteil der Materialien erhoben. Bei den Aufnahmeorten in Südafrika handelt es sich um verschiedene Orte in KwaZulu-Natal, Mpumalanga, Gauteng, Western Cape. Die Inhalte der Aufnahmen umfassen Biographisches, verschiedene Sprachdaten-Fragebögen sowie Vorlesen von Texten sowie Wort- und Satzlisten. Die verwendeten Materialien zum Vorlesen waren "Nordwind und Sonne", Wenkersätze, "Deutsch heute" Wortliste, "Deutsch heute" Satzliste, "Niederdeutsche Phonologie" Wortliste und "Niederdeutsche Phonologie" Satzliste, Niederdeutscher Wortatlas. (Diese Materialien stehen mit Ausnahme der "Niederdeutsche Phonologie" Wortliste und "Niederdeutsche Phonologie" Satzliste als Zusatzmaterialien bereit.) Bei den Aufnahmeorten in Namibia handelt es sich um verschiedene Orte, regional gestreut. Die Inhalte der Aufnahmen sind Biographisches, verschiedene Sprachdaten-Fragebögen: „Nordwind und Sonne“, Wenkersätze, Deutsch heute Wortliste und Satzliste. Insgesamt wurden 66 verschiedene SprecherInnen aufgenommen. Das Material einer minderjährigen Sprecherin wird auf Wunsch nicht öffentlich zugänglich gemacht, so dass in der Datenbank für Gesprochenes Deutsch 65 Sprecher im GDSA-Korpus repräsentiert sind.

65 Ereignisse 155 Sprechereignisse 75 Sprecher
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GWSS
Gesprochene Wissenschaftssprache Kontrastiv

GeWiss ist ein Projekt zur Erforschung der gesprochenen Wissenschaftssprache. Es verfolgt das Ziel, eine empirische Grundlage für vergleichende Untersuchungen in diesem Bereich zu schaffen. Zu diesem Zweck wurde ein Korpus erstellt, das zwei zentrale Genres der gesprochenen Wissenschaftssprache erfasst: Vortrag (einschließlich Diskussion) sowie Prüfungsgespräch. Das Korpus wird fortlaufend ausgebaut und weiterentwickelt. Auf der Basis dieser Daten werden sprachliche Routinen im Zusammenhang mit zentralen sprachlichen Handlungen der mündlichen Wissenschaftskommunikation qualitativ und kontrastiv analysiert.

417 Ereignisse 436 Sprechereignisse 733 Sprecher
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HL
Deutsche Hochlautung

Das Korpus Deutsche Hochlautung (HL--) wurde im Deutschen Spracharchiv (DSAv) im Rahmen des Projekts Hochlautung erstellt. Projektleiter waren Gerold Ungeheuer, Werner Besch und Edeltraud Knetschke. Die für Externe zugängliche Version des Korpus HL-- umfasst 27 Tonaufnahmen (z.T. in unterschiedlich langen Fassungen) aus der Zeit von 1971 bis 1975 mit einer Gesamtdauer von 1 Stunde und 57 Minuten. Es handelt sich um Aufnahmen mit 9 Fernsehjournalisten, Nachrichtensprechern und Regierungssprechern (Frauen und Männer) in Sprechereignissen unterschiedlicher Art (u.a. Bericht, Diskussionsbeitrag, Interview, Kommentar, Moderation, Reportage, Statement), die im Rahmen von Rundfunksendungen und Pressekonferenzen stattfanden. Die Aufnahmen wurden im Archiv für Gesprochenes Deutsch (AGD) (früher: Deutsches Spracharchiv) digitalisiert. Die Transkripte des Korpus HL-- sind publiziert in: Edeltraud Knetschke, Margret Sperlbaum (1987): Zur Orthoepie der Plosiva in der deutschen Hochsprache. Phonai Bd. 33. Archiviert sind außerdem 27 im AGD digitalisierte und mit dem Ton synchronisierte (alignierte) Transkriptfassungen (Wortlaut orthographisch, Lemmatisierung, POS-Tagging) sowie alphabetisch und nach Frequenzen geordnete Wort- und Lemmalisten. Die externen Nutzern zugänglichen Bestandteile des Korpus HL-- werden in der Datenbank für Gesprochenes Deutsch (DGD) bereitgestellt, einzelne Aufnahmen können auch im persönlichen Service des AGD weitergegeben werden.

27 Ereignisse 27 Sprechereignisse 9 Sprecher
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HMAT
Hamburg Maptask Corpus (HaMaTaC)

Das Hamburg Maptask Corpus wurde zwischen Oktober 2009 und September 2010 im Projekt Z2 "Computergestützte Erfassungs- und Analysemethoden multilingualer Daten am SFB "Mehrsprachigkeit" an der Universität Hamburg erstellt. Im Juni 2013 wurde das Korpus um zwei Aufnahmen mit Video erweitert. Hauptmotivation für die Erstellung des Korpus war das Bereitstellen von Datensätzen zum Testen und Demonstrieren der Funktionalitäten des EXMARaLDA-Systems, insbesondere mit Blick auf das Annotieren und Teilen von Daten. Als Elizitations-Experiment für die Aufnahmen wurden die Map Tasks aus dem "Deutsch Heute"-Korpus verwendet. Die Map Tasks wurden mit 25 DeutschlernerInnen mit unterschiedlich fortgeschrittenen Deutschkenntnissen und einer L1-Sprecherin duchgeführt. Die Erstsprachen der SprecherInnen decken ein breites Spektrum an Sprachen ab, das von romanischen sprachen (Französisch, Galizisch, Spanisch) über slawische Sprachen (Russisch, Polnisch, Bulgarisch) zu iranischen Sprachen (Farsi/Dari) reicht und auch nicht-indoeuropäische Sprachen (Türkisch, Arabisch, Chinesisch, Japanisch, Thai, Vietnamesisch) umfasst. Da die SprecherInnen über studentische Hilfskräfte rekrutiert wurden, sind sie größtenteils zwischen 17 und 40 Jahren alt und haben ein höheres Bildungsniveau. Frühere Versionen des Korpus wurden am Hamburger Zentrum für Sprachkorpora (HZSK) archiviert und sind auch über das Zentrum für Nachhaltiges Forschungsdatenmanagement der Universität Hamburg verfügbar.

26 Ereignisse 26 Sprechereignisse 28 Sprecher
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HMOT
Hamburg Modern Times Corpus (HaMoTiC)

Das Hamburg Modern Times Corpus (HaMoTiC) besteht aus Audio-Aufnahmen von Nacherzählungen eines Ausschnitts aus dem Charlie Chaplin-Film "Modern Times". Die Aufgabe ist die gleiche, die auch für das ESF-Korpus (Klein/Perdue) verwendet wurde. Für HaMoTic wurden 24 L2-SprecherInnen des Deutschen mit unterschiedlichen L1 und unterschiedlichen fortgeschrittenen Kompetenzen im Deutschen aufgenommen. Die 25. Aufnahme wurde als Referenzaufnahme mit einer L1-Sprecherin des Deutschen gemacht. Für jede SprecherIn wurde außerdem ein kurzes Interview zur Spracherwerbsbiografie geführt. Diese Interviews sind archiviert, werden aber nicht über die DGD zugänglich gemacht. Frühere Versionen des Korpus wurden am Hamburger Zentrum für Sprachkorpora (HZSK) archiviert und sind auch über das Zentrum für Nachhaltiges Forschungsdatenmanagement der Universität Hamburg verfügbar.

25 Ereignisse 25 Sprechereignisse 29 Sprecher
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IPER
Interaktionsprofil und Persönlichkeit

Das Korpus wurde im Rahmen des Projekts "Interaktionsprofil und Persönlichkeit" aufgenommen, welches 2020 an der Hochschule Luzern – Wirtschaft unter der Leitung von Sylvia Bendel Larcher durchgeführt wurde. Finanziert wurde das Projekt vom Schweizerischen Nationalfonds und von der Hochschule Luzern – Wirtschaft. Ziel des Projekts war es zu prüfen, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Interaktionsprofil von Personen und deren Persönlichkeit gibt. Zu diesem Zweck füllten die Probanden, die für das Korpus aufgenommen wurden, auch einen Persönlichkeitsfragebogen nach dem HEXACO-Persönlichkeitsinventar aus. Das Korpus umfasst sechs 15-minütige Gruppenarbeiten von jeweils vier Studierenden der Betriebsökonomie. Die Studierenden hatten die Aufgabe, das Transkript eines Reklamationsgesprächs zu analysieren, zu bewerten und Empfehlungen für die Receptionistin zu formulieren. Die Gespräche wurden im Schweizer Dialekt geführt, wobei die Mehrheit der Studierenden eine Zentralschweizer Varietät sprechen, einzelne vertreten die Regionen Zürich, Solothurn, Bern und Freiburg. Das AGD stellt die Tondateien der Aufnahmen und die im Projekt erstellten Transkripte zur Verfügung. Weitere, projektspezifische Annotationen erfassen die Art der Sprecherwechsel, die interaktionalen Handlungen sowie verschiedene Stilmerkmale; diese Annotationen sind nicht in der DGD verfügbar. Beiträge der Aufnahmeleitung sind nicht transkribiert.

6 Ereignisse 6 Sprechereignisse 24 Sprecher
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© Anne Betten
IS
Emigrantendeutsch in Israel

Der größte Teil des Korpus "Emigrantendeutsch in Israel" (IS--) wurde 1989-1994 im Rahmen eines DFG-Projekts über Sprache und kulturelle Identität deutschsprachiger Emigrant/innen ("Jeckes") 50 bis 60 Jahre nach ihrer Immigration in Palästina/Israel erstellt. Projektleiterin war Anne Betten (Kath. Universität Eichstätt, seit 1995 Universität Salzburg). Analyseziele in der ersten Untersuchungsphase waren v.a. syntaktisch-stilistische Untersuchungen des weitgehend schriftorientierten "Bildungsbürgerdeutsch" der Interviewten und soziolinguistische Untersuchungen zu den Variablen, die auf die sprachliche Kompetenz im Deutschen und in den Zweitsprachen Hebräisch und Englisch Einfluss nahmen sowie Formen und Funktionen von Code-Switching. Es folgte eine Vielzahl von überwiegend gesprächsanalytischen Untersuchungen u.a. zu Sprache und Identität, Interaktion und Metaphorisierung durch einen auch international erweiterten Kreis von Gesprächsforscher/innen. Seit Ende der 1990er Jahre wurde das Interviewprojekt weiter ausgebaut: 1998 kamen im Rahmen einer Exkursion neue Interviews mit ehemaligen Österreicher/innen hinzu, die in einem eigenen Korpus gesammelt sind (s. ISW--), seit 1999 auch Interviews mit der 2. Generation (s. das separate Korpus ISZ--). Seit 2000 wurde das Stammkorpus IS-- ergänzt durch ein Video-Erstinterview, einige Videoaufnahmen mit früheren Gesprächspartner/innen, thematische Zusatzinterviews mit früheren Interviewpartner/innen (u.a. zu den Themen Kindheit von Michaela Metz / Universität Salzburg und Religiosität von Anne Betten), einige weitere Erstinterviews (u.a. von Johannes Schwitalla / Universität Würzburg) sowie eine Video-Diskussionsrunde 2008 mit Teilnehmer/innen aus allen drei Israel-Korpora (IS, ISW, ISZ). Weitere Hinweise zu den Interviewprojekten IS, ISW und ISZ finden sich auf der Homepage von Anne Betten ( https://www.plus.ac.at/germanistik/der-fachbereich/mitarbeiterinnen/betten-anne/ ; s. "Forschungsgebiete“). Die im IDS archivierte Version des Korpus "Emigrantendeutsch in Israel" (IS--) umfasst heute Ton- und Videoaufnahmen von 188 Gesprächsereignissen mit 185 dokumentierten Sprecher/innen. Die Aufnahmen stammen überwiegend aus der Zeit von 1989 bis 2011 und haben eine Gesamtdauer von 290 Stunden und 44 Minuten. Es handelt sich hauptsächlich um argumentativ-narrative autobiographische Interviews mit vielen monologischen, aber auch stark dialogischen Passagen; die Interviewpartner/innen stammen aus allen deutschsprachigen Regionen Mitteleuropas. Die Gespräche wurden meist in den Privatwohnungen der Interviewten geführt. Durchgehende Themen sind Kindheit und Jugend in Deutschland/Österreich, Erfahrungen von Antisemitismus, Flucht/Emigration, Neuanfang, kulturelle Umorientierung; dazu kommen viele individuelle Berichte. Die Interviewten sprechen überwiegend Standardsprache mit allenfalls leichten regionalen Einfärbungen. Die Aufnahmen wurden im Archiv für Gesprochenes Deutsch (AGD) (früher: Deutsches Spracharchiv) digitalisiert und technisch überarbeitet. Ferner sind bislang 104 Transkripte unterschiedlichen Typs (darunter auch unkorrigierte Abschriften) archiviert. Anhand der Metadaten wurde eine Liste der sprachlichen Besonderheiten erstellt. Außerdem stehen unter den Zusatzmaterialien linguistische Kommentare, ausführliche Inhaltsangaben, Informationen über den Bekanntschaftsgrad der Interviewpartner z.Z. der Aufnahme und die Originalfragebögen zur Verfügung. Die Audio- und Videoaufnahmen und derzeit 22 Transkripte werden in der Datenbank für Gesprochenes Deutsch (DGD) bereitgestellt; 16 dieser Transkripte wurden im AGD mit dem Ton synchronisiert (aligniert), 82 unkorrigierte Abschriften sind nur über den persönlichen Service des AGD zugänglich. Einzelne Tonaufnahmen können auch im persönlichen Service des AGD weitergegeben werden.

188 Ereignisse 188 Sprechereignisse 185 Sprecher
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© Anne Betten
ISW
Emigrantendeutsch in Israel: Wiener in Jerusalem

Der größte Teil des Korpus „Emigrantendeutsch in Israel: Wiener in Jerusalem“ (ISW-) wurde bei einer Israel-Exkursion von Studierenden und Lehrenden des Salzburger Instituts für Germanistik unter der Leitung von Anne Betten im Dezember 1998 zur Ergänzung des Korpus „Emigrantendeutsch in Israel“ (IS--) erhoben. Es handelt sich um Aufnahmen mit 24 jüdischen Frauen und Männern im Alter von 69 bis 90 Jahren, die in Österreich (meist in Wien) geboren oder dort aufgewachsen sind und in Jerusalem leben. Die Mehrzahl der Sprecher/innen verließ Österreich nach dem „Anschluss“ mit der Jugendalija, ohne Eltern. Die narrativen autobiographischen Interviews konzentrieren sich auf die Biographie der Sprecher/innen vor und nach der Emigration und den damit verbundenen Sprach- und Kulturwechsel, lassen aber auch spontane Themenentwicklungen zu. Jeweils zwei Interviewer/innen besuchten eine/n Interviewpartner/in zu Hause (manchmal waren weitere Familienangehörige anwesend). Eine Ausnahme stellt das Einzelinterview von Anne Betten mit Ari Rath dar, das auf der Exkursion begonnen und in 3 späteren Sitzungen in Salzburg und Jerusalem fortgesetzt wurde. Die Interviews wurden z.T. nach dem Muster der Aufnahmen des Korpus IS-- durchgeführt. 2010/11 wurde das Korpus noch um 3 Aufnahmen von Michaela Metz (Universität Salzburg) mit bereits Interviewten erweitert, die sich (wie bei Metz‘ Wiederholungsaufnahmen von Interviewpartner/innen aus IS-- und ISZ--) vor allem auf Kindheit und Jugend konzentrieren. Das Korpus „Emigrantendeutsch in Israel: Wiener in Jerusalem“ (ISW-) umfasst 28 Tonaufnahmen aus der Zeit von 1998 bis 2011. Die Aufnahmen wurden im Archiv für Gesprochenes Deutsch (AGD) (früher: Deutsches Spracharchiv) digitalisiert und / oder tontechnisch überarbeitet. Alle Aufnahmen und 20 Transkripte (orthografische Rohtranskripte mit zusätzlichen Notationen) sowie ausführliche Inhaltsangaben von allen Interviews sind in der Datenbank für Gesprochenes Deutsch (DGD) bereitgestellt, einzelne Tonaufnahmen können auch im persönlichen Service des AGD weitergegeben werden. Die noch unkorrigierten Transkripte sind nur über den persönlichen Service des AGD zugänglich.

28 Ereignisse 28 Sprechereignisse 24 Sprecher
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© Anne Betten
ISZ
Zweite Generation deutschsprachiger Migranten in Israel

Das Korpus “Zweite Generation deutschsprachiger Migranten in Israel” (ISZ--) entstand im Anschluss an die Projekte “Emigrantendeutsch in Israel” (IS--) und „Emigrantendeutsch in Israel: Wiener in Jerusalem“ (ISW-). Es enthält Interviews mit 66 Nachkommen deutschsprachiger Juden (“Jeckes”), v.a. Kindern der in den Korpora IS-- und ISW- vertretenen Interviewpartner/innen. Die Aufnahmen wurden in mehreren Phasen erhoben: Den Grundstock bilden 65 Einzelinterviews mit 62 Sprecher/innen, die Anne Betten 1999-2000 und 2004-2006 geführt hat (3 Interviewpartner/innen wurden bereits in diesem Zeitraum zweimal interviewt). 2008 nahmen 5 dieser Interviewpartner/innen der 2. Generation zusammen mit 4 Interviewpartner/innen der 1. Generation (IS-- und ISW-) an einem von Betten moderierten Roundtable-Gespräch bei einer Tagung an der Hebrew University/Jerusalem teil (s. IS--_E_00178_SE_01). 2010 moderierte Betten bei einer Tagung in Tel Aviv nochmals einen Roundtable mit 6 ihrer Interviewpartner/innen der 2. Generation (s. ISZ-_E_00068_SE_01). 2011 machte Michaela Metz (Universität Salzburg) Interview-Wiederholungen mit 2 Interviewpartnern. 2017 und 2018 führte Betten Ergänzungsinterviews mit 11 ihrer alten Interviewpartner/innen sowie ein neues Interview. 2019 interviewte Rita Luppi (Universität Mailand) nochmals 18 Interviewpartner/innen des Stammkorpus sowie zwei neu Hinzukommende. Die Mehrzahl der Interviews wurde ganz oder größtenteils auf Deutsch geführt, ein kleinerer Teil speziell von Bettens Interviews jedoch auch auf Englisch; in einigen Fällen wechselt die Matrixsprache mehrmals zwischen Deutsch und Englisch, die Interviewerin versucht dann meistens durch ihre Rückkehr zum Deutschen einen Sprachwechsel herbeizuführen, was v.a. bei Erinnerungen an das Elternhaus, Besuche in deutschsprachigen Ländern und ähnlichen mit der deutschen Sprache verbundenen Themen gelingt. Thematisch konzentrieren sich Bettens Interviews von 1999-2006 sowie die beiden Roundtables 2008 und 2010 auf die Frage, wie sich die Interviewten als Kinder deutschsprachiger Juden („Jeckes“) von ihrer Kindheit bis zum Zeitpunkt der Interviews gefühlt haben und wie sich das Heranwachsen in zwei Kulturen auf ihre Identitätsbestimmung auswirkte. Bettens Aufnahmen von 2017/18 dienten der inhaltlichen Aktualisierung, ob und wie sich das Verhältnis der 2. Generation zur deutschen Sprache und Kultur sowie zu den Herkunftsländern ihrer Eltern nach deren Tod weiter entwickelt bzw. geändert hat. Die beiden Aufnahmen von Metz konzentrieren sich vor allem auf die Kindheit der Interviewten (wie auch bei ihren gleichzeitig entstandenen Interviews mit der 1. Generation in IS-- und ISW-). Für die Auswahl von Luppis Interviewpartner/innen war das Thema ihrer Dissertation über „Wiedererzählen“ (Re-telling) ausschlaggebend; daher wurde hier vor allem versucht, Themen bzw. Erzählungen der Erstinterviews mit Betten nochmals zu elizitieren. Das Korpus ISZ- bietet u.a. Material für den Zusammenhang zwischen Sprachkompetenz, Spracheinstellung und sozialen Erfahrungen sowie für funktionales Codeswitching, aber auch für viele dialog- und erzählwissenschaftliche Fragestellungen. Besondere Forschungsmöglichkeiten eröffnen sich durch die vielen Mehrfachinterviews (bis zu 4 Interviews derselben Person über einen Zeitraum von bis zu 20 Jahren durch 2 oder auch 3 verschiedene Interviewerinnen). Die im IDS archivierte Version des Korpus ISZ- umfasst insgesamt 102 Ton- und Videoaufnahmen aus der Zeit von 1999 bis 2019 mit einer Gesamtdauer von 165 Stunden und 03 Minuten. Die Aufnahmen wurden im Archiv für Gesprochenes Deutsch (AGD) (früher: Deutsches Spracharchiv) digitalisiert und technisch überarbeitet. Von den Aufnahmen ISZ-_E_00001-00064 sind unkorrigierte Abschriften archiviert. Außerdem gibt es von allen Aufnahmen ausführliche Inhaltsangaben und eine Liste der sprachlichen Besonderheiten der einzelnen Sprecher/innen. Die Aufnahmen und die Zusatzmaterialien werden in der Datenbank für Gesprochenes Deutsch (DGD) bereitgestellt, einzelne Aufnahmen können auch im persönlichen Service des AGD weitergegeben werden. Die unkorrigierten Abschriften sind nur über den persönlichen Service des AGD zugänglich.

100 Ereignisse 100 Sprechereignisse 66 Sprecher
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© Projekt 'Jugend, Kommunikation, Medien'
JK
Jugendkommunikation

Das Korpus Jugendkommunikation wurde im Rahmen eines Projektes der Universität Frankfurt im Rhein-Main-Gebiet erhoben. Projektleiter war Klaus Neumann-Braun. Ziel des Projekts war die Untersuchung der alltäglichen Kommunikationskultur Jugendlicher anhand einer ethnographisch-gesprächsanalytischen Studie. Im Zentrum des Interesses standen sprachlich-interaktive Ethno-Methoden, mit denen Jugendliche sich als Gruppe vergemeinschaften, und die Formen sozialer Kategorisierung, die sie benutzen, um sich selbst und ihre soziale Umwelt zu interpretieren. Dabei sollten sowohl formale als auch funktionale Aspekte kommunikativer Praktiken analysiert werden. Mit der ethnographischen Perspektive wurde Einblick in die Variation und Veränderungen der Praktiken über die Zeit und in ihrer Abhängigkeit von unterschiedlichen Beteiligungsstrukturen und Situationskontexten angestrebt. Der für externe Nutzer zugängliche Teil des Korpus JK umfasst z.Z. 6 Tonaufnahmen mit einer Gesamtdauer von 4 Stunden und 42 Minuten aus der Zeit von 1996 bis 1999. Es handelt sich um Aufnahmen mit Jugendlichen bzw. (später) jungen Erwachsenen, die in einer ländlichen Kleinstadt im Rhein-Main-Gebiet lebten und dort regelmäßig das Jugendhaus besuchten. Die Sprecher wurden von den Aufnahmeleitern, die zugleich als Betreuer tätig waren, bei einigen ihrer Aktivitäten begleitet. So entstanden Aufzeichnungen von Planungsgesprächen und informellen Unterhaltungen. Die Aufnahmen wurden im Archiv für Gesprochenes Deutsch digitalisiert. Die für Externe verfügbaren Bestandteile des Korpus JK-- werden in der Datenbank für Gesprochenes Deutsch (DGD) bereitgestellt, einzelne Aufnahmen können auch im persönlichen Service des AGD weitergegeben werden.

6 Ereignisse 6 Sprechereignisse 17 Sprecher
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KN
Deutsche Standardsprache: König-Korpus

Das Korpus Deutsche Standardsprache: König-Korpus (KN--) wurde von Werner König (Universität Augsburg) erstellt. Seine Analysen sind u.a. veröffentlicht in: Werner König (1989): Atlas zur Aussprache des Schriftdeutschen in der Bundesrepublik Deutschland. 2 Bde. Ismaning: Hueber. Aus rechtlichen Gründen kann nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Korpus KN-- für Externe bereitgestellt werden. Zugänglich sind 43 Tonaufnahmen aus dem Jahr 1975 mit einer Gesamtdauer von 5 Stunden und 48 Minuten. Es handelt sich um Aufnahmen mit 43 Studenten und Akademikern (Frauen und Männer) im Alter von 17 bis 27 Jahren aus 43 relativ gleichmäßig verteilten Orten in den alten Bundesländern. Die Sprecher sind in den ausgewählten Orten geboren und aufgewachsen. In allen Fällen stammt zumindest ein Elternteil aus demselben Ort oder aus dessen Nähe. In den für Externe zugänglichen Aufnahmen ist die Vorlesesprache der Informanten zu hören. Vorgelesen wurde ein Ausschnitt aus dem Grundgesetz. Die Aufnahmen wurden im Archiv für Gesprochenes Deutsch (AGD) (früher: Deutsches Spracharchiv) digitalisiert. Die Aufnahmen sind transkribiert, die Transkripte wurden im AGD mit dem Ton synchronisiert (aligniert). Außerdem gibt es Wort- und Lemmalisten. Die externen Nutzern zugänglichen Bestandteile des Korpus KN-- werden in der Datenbank für Gesprochenes Deutsch (DGD) bereitgestellt, einzelne Tonaufnahmen können auch im persönlichen Service des AGD weitergegeben werden.

43 Ereignisse 43 Sprechereignisse 70 Sprecher
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© IFM, LMU München
MEKI
Mehrsprachige Kinder im Vorschulalter

Das Korpus Mehrsprachige Kinder im Vorschulalter (MEKI) wurde im Rahmen einer Begleitstudie zur Implementierung von Sprachfördermaßnahmen erstellt. Ziel war es, über einen Zeitraum von neun Monaten die sprachliche Entwicklung von Kindern im Alter von 5-7 Jahren vor Eintritt in die Grundschule unter Förderbedingungen zu untersuchen Die Datenerhebung erfolgte über einen Zeitraum von 10 Monaten im Rahmen sprachdidaktischer Angebote in Kindertagesstätten bzw. in einem Vorlaufkurs einer Grundschule. Die beobachteten Kindergruppen bestanden aus acht bis zwölf Kindern. Das Gruppengeschehen wurde mit Videokameras dokumentiert. Als teilnehmende Beobachterin war die Forscherin am Rande in das Geschehen einbezogen. Auf- und Abbau der Videoausrüstung erfolgte gemeinsam mit den Kindern, wodurch die Kinder die Aufnahmesituation als Teil der Gesamtsituation erlebten. Neben dem Geschehen in der Sprachfördergruppe wurden Erzählungen in Elizitationssituationen aufgenommen. Die im IDS archivierte Version des Korpus MEKI umfasst 85 Aufnahmen mit einer Gesamtdauer von 3 Stunden, 8 Minuten, 82 Transkripte sowie alphabetisch und nach Frequenzen geordnete Wort- und Lemmalisten. Die Aufnahmen wurden im Archiv für Gesprochenes Deutsch (AGD) tontechnisch bearbeitet und anonymisiert. Die Transkripte (orthographische Transkription; orthographische Normalisierung ; Lemmatisierung ; POS-Tagging) wurden im AGD überprüft, ggf. ergänzt, korrigiert und mit dem Ton synchronisiert (aligniert). Die im IDS archivierte Version des Korpus MEKI wird in der Datenbank für Gesprochenes Deutsch (DGD) bereitgestellt.

55 Ereignisse 86 Sprechereignisse 28 Sprecher
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© Aaron Schmidt-Riese
MEND
Mennonitenplautdietsch in Nord- und Südamerika

Das Korpus MEND, das im Zeitraum von 1999 bis 2002 von Göz Kaufmann erhoben wurde, besteht aus den plautdietschen Übersetzungen von 46 Stimulussätzen durch 321 mennonitische Informant(inn)en. Insgesamt handelt es sich also um etwa 14.500 verwertbare Satzübersetzungen mit einer Gesamtaufnahmedauer von etwa 40 Stunden. Dieses Korpus wurde vom AGD in Zusammenarbeit mit Göz Kaufmann und Aaron Schmidt-Riese aufbereitet. Im Regelfall wurden in Mexiko, in Paraguay und in Bolivien spanische Stimuli verwendet, während in Brasilien portugiesische und in den USA englische Stimuli zum Einsatz kamen. Dabei schwankt die Anzahl der Interviews pro Kolonie erheblich: Mexiko: 103 Informant(inn)en aus dem Gebiet um Ciudad Cuauhtémoc/Chihuahua --- Paraguay: 42 Informant(inn)en aus der Kolonie Menno mit Zentralort Loma Plata; 37 Informant(inn)en aus der Kolonie Fernheim mit Zentralort Filadelfia; 2 Informanten aus der Kolonie Neuland --- Bolivien: 8 Informanten aus Colonia Canadiense im Gebiet von Santa Cruz de la Sierra --- Brasilien: 56 Informant(inn)en aus Colônia Nova/Rio Grande do Sul --- USA: 67 Informant(inn)en aus Seminole/Texas und 6 Informant(inn)en, die zwar zum Aufnahmezeitpunkt in Seminole/Texas lebten, dort aber weniger als 5 Jahre gelebt hatten. Diese Informant(inn)en hatten hauptsächlich in Kanada (USA-9/USA-23/USA-24/USA-45), Mexiko (USA-26) oder in anderen Teilen der USA (USA-18) gelebt. Die 46 Stimulussätze (unter Zusatzmaterial archiviert) decken verschiedene Satztypen ab. Neben sechs Hauptsätzen (Sätze 41-46) werden zehn nachgestellte Komplementsätze (Sätze 1-10), zehn vorangestellte Konditionalsätze (Sätze 11-20), zehn nachgestellte Kausalsätze (Sätze 21-30) und zehn satzmediale oder satzfinale Relativsätze (Sätze 31-40) abgefragt. Alle Nebensätze bedingen die zusätzliche Übersetzung eines Matrixsatzes, Hauptsatz 42 beinhaltet einen vorangestellten Temporalsatz. Achtzehn Stimulussätze zielen auf Übersetzungen mit einem (Partikel)Verb (Sätze 1-4, 11-14, 21-24, 31-34, 41+42), achtzehn Stimulussätze auf die Übersetzung mit zwei Verben (Modalverb+Infinitiv bzw. Tempusauxiliar+Partizip; Sätze 5-8, 15-18, 25-28, 35-38, 43+44) und zehn Stimulussätze auf die Übersetzung von drei Verben (9 Sätze mit kontrafaktischer Proposition und Modalverb und 1 Satz (Satz 9) mit einem epistemischen Modalverb mit Infinitiv Perfekt; Sätze 9+10, 19+20, 29+30, 39+40, 45+46). Abweichungen hiervon kamen natürlich häufig vor (insbesondere tun-Periphrasen und vierteilige Verbkomplexe bei kontrafaktischen Propositionen). Die Hauptverben der Sätze regieren fast immer ein direktes Objekt, mit dessen Hilfe die Positionen der finiten und infiniten Verbelemente besser bestimmt werden können. Daneben wurden in einigen Sätzen Adverbien oder Negationsmarker eingebaut. Die Sätze wurden dem jeweiligen Informanten/der jeweiligen Informantin einzeln vorgelesen und dann sofort – ohne Hilfe einer schriftlichen Version – übersetzt. Diese mündliche Übersetzung von Sätzen, die zum Teil eine beachtliche Komplexität aufweisen, setzt natürlich eine gute Kompetenz der Informant(inn)en in Ausgangs- und Zielsprache voraus. Dadurch wurden einige Personengruppen automatisch von der Teilnahme ausgeschlossen, nämlich diejenigen, die die Mehrheitssprache des Heimatlandes nur wenig beherrschen (besonders die (älteren) Frauen in Mexiko und Bolivien), und diejenigen, die das Plautdietsche schon weitgehend verloren haben (einige jüngere Mennonit(inn)en in den USA und Brasilien). Bei Übersetzungsproblemen wurde der Stimulus entweder gleich oder am Ende des Interviews noch einmal vorgelesen.

321 Ereignisse 321 Sprechereignisse 322 Sprecher
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MIKO
Mitschreiben in Vorlesungen: Ein multimodales Lehr-Lernkorpus

MIKO (Mitschreiben in Vorlesungen: Ein multimodales Lehr-Lernkorpus) ist ein multimodales, wissenschaftssprachliches Vorlesungskorpus, das sich der Erforschung des Mitschreibens in prüfungsrelevanten Vorlesungen der Studieneingangsphase widmet. MIKO beinhaltet zwölf korpuslinguistisch aufbereitete Vorlesungsaufnahmen aus Pflichtvorlesungen der Fächer Medizin (Funktionelle Anatomie, Physik für Mediziner), Deutsch als Fremdsprache (Grundzüge der Lexikologie der deutschen Gegenwartssprache) und Wirtschaftswissenschaften (Bürgerliches Recht für Wirtschaftswissenschaftler). Anonymisierte Mitschriften von Studierenden mit Deutsch als L2 (Bildungsausländer/-innen) und L1 (muttersprachliche Kontrollgruppe) sowie zugehörige Metadaten, die im Rahmen des weitgefächerten Studiendesigns erhoben wurden, stehen ebenfalls zur Verfügung. Die Mitschriften können über das AGD angefragt werden: agd-service@ids-mannheim.de.

12 Ereignisse 12 Sprechereignisse 5 Sprecher
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MV
Binnendeutsche Varietäten: Varia

Das Korpus MV-- wurde unter der Bezeichnung "Binnen- und auslandsdeutsche Mundarten: Varia" mit der Kennung VII vom Deutschen Spracharchiv (DSAv) als Archiv-Korpus eingerichtet zur Aufbewahrung von Tonaufnahmen unterschiedlicher Provenienz, die nicht aus den Eigenprojekten des DSAv stammten. Dazu gehörten einige größere Aufnahmebestände, viele Kleinbestände und zahlreiche Einzelaufnahmen, die von auswärtigen Wissenschaftlern in das DSAv übernommen wurden, z.B. von Kooperationspartnern in den USA oder Australien, zur Publikation in der vom DSAv herausgegebenen Reihe PHONAI, aus in Zusammenarbeit mit dem DSAv entstandenen Projekten, als Geschenk oder aus dem Nachlass von Wissenschaftlern. Zwischen ca. 1955 und 1985 wurden insgesamt 360 Tonaufnahmen bzw. Tonträger in das Korpus VII eingestellt, überwiegend Dialekt- und umgangssprachliche Aufnahmen aus dem gesamten deutschen Sprachraum, aus europäischen Sprachinseln und den in den großen Varietäten-Korpora des DSAv (ZW, OS) kaum vertretenen außereuropäischen Sprachinseln. 184 Tonaufnahmen, deren Bearbeitungsstand dem damals gebräuchlichen Standard des DSAv entsprach, wurden 1992 im Gesamtkatalog der Tonaufnahmen des DSAv (PHONAI Bd. 38/39) publiziert. Dieselben Aufnahmen wurden in die erste Datenbank für Gesprochenes Deutsch (DGD) des DSAv übernommen. 109 Aufnahmen verblieben im fortan mit der Kennung MV versehenen Korpus, 75 Aufnahmen mit Sprechern aus den USA, Kanada und Mexiko wurden in ein neues Korpus „Deutsch in Nordamerika“ (NA) eingebracht, das später um weitere Aufnahmen aus diesem Bereich erweitert werden sollte. Diese Planungen wurden für die DGD2 nicht weiterverfolgt, die Aufnahmen aus dem Korpus NA in der DGD2 wieder in das Korpus MV integriert. Um die Sprachinsel-Aufnahmen aus den Beständen des Archiv für gesprochenes Deutsch (AGD, als Nachfolger des DSAv) in neuer Form präsentieren zu können, sind 2019 aus dem bisherigen Korpus MV-- zwei neue Korpora abgespalten worden: 46 überarbeitete Sprachinsel-Aufnahmen bilden zusammen mit 48 weiteren erstmals für die DGD2 bearbeiteten Sprachinsel-Aufnahmen aus dem alten Korpus VII das Korpus "Extraterritoriale Varietäten Varia" (MVEX) (s. dort), ein geschlossener Bestand mit 64 Aufnahmen aus Wisconsin/USA ist als Korpus "Deutsch in Wisconsin" (WISC) ausgegliedert worden (s. dort). Im nun unter der Bezeichnung "Binnendeutsche Varietäten: Varia" geführten Korpus MV-- sind derzeit nur 72 standardsprachliche Aufnahmen aus dem geschlossenen deutschen Sprachraum verblieben. Diese sollen zukünftig mit weiteren noch aufzuarbeitenden binnendeutschen Varietäten-Aufnahmen aus dem alten Korpus VII ein neues Korpus bilden. Die 72 Aufnahmen mit einer Gesamtdauer von 20 Stunden und 8 Minuten wurden von der US-amerikanischen Wissenschaftlerin Carol Tokosh 1972 für eine Untersuchung zur gegenwärtigen Sprache in Deutschland erhoben. Jeweils 6 Sprecher (3 Frauen/3 Männer jüngeren und mittleren Alters) in acht kleineren Städten verschiedener Sprachregionen der alten BRD sowie in jeweils zwei Städten in Österreich und der Schweiz tragen in 72 Sprechereignissen eine Wortliste und eine Erzählung zu vorgegebenen Themen jeweils in Standardsprache und Umgangssprache vor. Die Tonaufnahmen wurden in Kopie in das DSAv übernommen und im AGD digitalisiert. Digitale Transkripte sind nicht vorhanden. Die Tonaufnahmen des Korpus MV-- werden in der Datenbank für Gesprochenes Deutsch (DGD) bereitgestellt, einzelne Aufnahmen können auch im persönlichen Service des AGD weitergegeben werden.

72 Ereignisse 72 Sprechereignisse 72 Sprecher
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MVEX
Extraterritoriale Varietäten: Varia

Das Korpus "Extraterritoriale Varietäten: Varia" (MVEX) besteht aus 94 Aufnahmen mit Varietäten aus deutschen Sprachinseln in Europa (Polen, Ukraine, Rumänien, Serbien, Italien) und außerhalb Europas (Kanada, USA, Mexiko, Südafrika, Australien, Neuseeland), überwiegend Mennonitendeutsche, Pennsylvaniadeutsche, Australiendeutsche und Donauschwaben. Die Tonaufnahmen aus der Zeit von 1958 bis 1983 wurden im Deutschen Spracharchiv (DSAv) von auswärtigen Wissenschaftlern übernommen und im Korpus "Binnen- und auslandsdeutsche Mundarten: Varia" (VII, später MV) archiviert. 46 Aufnahmen wurden 1992 für den Gesamtkatalog des DSAv (PHONAI Bd. 38/39) ausgewählt und in die Datenbank für gesprochenes Deutsch (DGD) des DSAv übernommen (davon 9 Aufnahmen im Korpus "Deutsch in Nordamerika"/NA), in der DGD2 waren sie bisher im Korpus MV-- (s. dort) zugänglich. Sie wurden technisch neu bearbeitet und unter Beibehaltung ihrer Ordnungsnummer in das Korpus MVEX überführt. Die übrigen 48 Aufnahmen sind nach technischer Bearbeitung und Zusammenstellung der Metadaten erstmals über die DGD zugänglich. Die Gesamtdauer beträgt 28 Stunden und 31 Minuten. Es handelt sich um Aufnahmen mit 126 Sprechern (Frauen und Männer) aus Australien, Deutschland, Italien, Kanada, Mexiko, Neuseeland, Österreich, Polen, Südafrika und den USA in Sprechereignissen unterschiedlicher Art, v.a. Erzählungen, Unterhaltungen, Übersetzungen und Standardtexte (Kontrollsätze, Wenkersätze, Wortliste, Zahlen, Wochentage, Monate). Die Aufnahmen wurden im Archiv für Gesprochenes Deutsch (AGD) (früher: Deutsches Spracharchiv) digitalisiert. Transkripte von 17 Aufnahmen aus Australien, Italien, Kanada und den USA wurden in den Bänden 6, 10, 18, 21 und 31 der Reihe PHONAI publiziert. Digitale Transkripte sind nicht archiviert. Die Tonaufnahmen des Korpus MVEX werden in der Datenbank für Gesprochenes Deutsch (DGD) bereitgestellt, einzelne Aufnahmen können auch im persönlichen Service des AGD weitergegeben werden. Ähnliche Aufnahmen finden sich in der DGD in den Korpora "Australiendeutsch" (AD), "Mennonitenplautdietsch in Nord- und Südamerika" (MEND), "Russlanddeutsche Dialekte" (RUDI) und dem ebenfalls aus dem alten Korpus MV-- hervorgegangenen "Deutsch in Wisconsin" (WISC), zu europäischen Sprachinseln auch im Zwirner-Korpus (ZW) und im Korpus "Deutsche Mundarten: ehemalige deutsche Ostgebiete" (OS). Weitere ähnliche Aufnahmen befinden sich in AGD-Korpora, die (noch) nicht für eine Weitergabe in der DGD aufbereitet sind, insbesondere "Deutsch in Neuseeland" (NZ) und "Gesprochenes Deutsch im Südlichen Afrika (GDSA)"

94 Ereignisse 94 Sprechereignisse 126 Sprecher
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OS
Deutsche Mundarten: ehemalige deutsche Ostgebiete

Das Korpus Deutsche Mundarten: ehemalige deutsche Ostgebiete (OS--) wurde vom Deutschen Spracharchiv (DSAv) in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut für deutsche Sprache „Deutscher Sprachatlas“ (Marburg) erstellt. Zur Ergänzung des Korpus Deutsche Mundarten: Zwirner-Korpus (ZW--) wurde eine Erhebung durchgeführt, die das Ziel hatte, die Dialekte des geschlossenen deutschen Sprachgebiets im ehemaligen deutschen Osten und der deutschen Sprachinseln in Ost- und Südosteuropa möglichst umfänglich zu dokumentieren. Weitere Projektinformationen sind veröffentlicht in: Bellmann, Günter / Göschel, Joachim (1970): Tonbandaufnahme ostdeutscher Mundarten 1962-1965. Gesamtkatalog. Marburg (= DDG 73). Das Korpus OS-- umfasst 981 Tonaufnahmen aus der Zeit von 1962 bis 1965 mit einer Gesamtdauer von 462 Stunden und 5 Minuten. Es handelt sich um Aufnahmen mit 987 älteren Übersiedlern (Frauen und Männer) aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten, Sprecher ost- und südostdeutscher Dialekte, die den Sprachstand vor 1945 repräsentieren. Aufgenommen wurden Sprechereignisse unterschiedlicher Art, v.a. Erzählungen, Unterhaltungen und Standardtexte (Wochentage, Zahlen, Wenkersätze). Die Aufnahmen wurden im Archiv für Gesprochenes Deutsch (AGD) (früher: Deutsches Spracharchiv) digitalisiert. 281 im AGD digitalisierte und mit dem Ton synchronisierte (alignierte) Transkripte (an der alten Orthographie orientierte hochsprachliche Übertragung, Erläuterungen der Transkribenten, Lemmatisierung, POS-Tagging) sind archiviert. Anhand der Metadaten wurden eine Themenliste, eine Liste der sprachlichen Besonderheiten und eine Liste der Berufe der Sprecher erstellt. Außerdem gibt es alphabetisch und nach Frequenzen geordnete Wort- und Lemmalisten. Das Korpus OS-- wird in der Datenbank für Gesprochenes Deutsch (DGD) bereitgestellt, einzelne Aufnahmen können auch im persönlichen Service des AGD weitergegeben werden.

981 Ereignisse 981 Sprechereignisse 987 Sprecher
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PF
Deutsche Umgangssprachen: Pfeffer-Korpus

Das Korpus Deutsche Umgangssprachen: Pfeffer-Korpus (PF--) wurde im Rahmen eines Projektes am Institute for Basic German (IBG) an der University of Pittsburgh (USA) zur gesprochenen deutschen Gegenwartssprache und überregionalen Umgangssprache erstellt. Projektleiter waren J. Alan Pfeffer und Walter F. W. Lohnes. Ähnlich wie im Projekt „Grundstrukturen der deutschen Sprache“ der früheren Forschungsstelle Freiburg des IDS (s. Freiburger Korpus FR--) sollten in diesem Projekt neue linguistische Grundlagen für den Deutschunterricht insbesondere als Fremdsprache entwickelt werden. Im Projekt „Basic German“ stand die Ermittlung eines Grundbestands der aktuell gesprochenen deutschen Umgangssprache auch mit Hilfe empirischer Methoden im Vordergrund, im Grundstrukturen-Projekt hingegen syntaktische Untersuchungen. Für Basic German wurde der gesamte deutsche Sprachraum berücksichtigt, die Aufnahmen entstanden in 37 Städten in der BRD, 10 Städten in der DDR, 6 Städten in Österreich und 4 Städten in der Schweiz. Regionale Kooperationspartner des IBG waren in der BRD das Deutsche Spracharchiv (DSAv), in der DDR das Institut für deutsche Sprache und Literatur der Akademie der Wissenschaften der DDR, in Österreich die Österreichische Akademie der Wissenschaften und das Phonogrammarchiv Wien , in der Schweiz u.a. die Universitäten Basel und Zürich. Diese organisierten in ihren Bereichen die Aufnahmen und stellten die Aufnahmetechnik zur Verfügung. In der BRD arbeitete das DSAv außer mit Universitäts-Instituten und regionalen Wörterbuch-Stellen wie beim Zwirner-Korpus (ZW) auch mit Volkshochschulen zusammen. Das Korpus PF-- umfasst 398 Tonaufnahmen aus dem Jahr 1961 mit einer Gesamtdauer von 79 Stunden und 15 Minuten. Es handelt sich um Aufnahmen von Berichten, Erzählungen und Vorträgen aus einer Liste mit vorgegebenen Themen von 402 Sprechern (Frauen und Männer) unterschiedlichen Alters, mit unterschiedlichen Bildungsgraden und unterschiedlichen Berufen aus der BRD, der DDR, Österreich und der Schweiz. Von jeder Aufnahme wurden zwei Originale aufgezeichnet, eines erhielt das IBG, das andere verblieb beim jeweiligen Kooperationspartner. Die Tonaufnahmen aus der DDR wurden 1965 in Kopie in das DSAv übernommen, die Aufnahmen aus Österreich und der Schweiz 1985 in Kopie vom IBG. Die Aufnahmen wurden im Archiv für Gesprochenes Deutsch (AGD) (früher: Deutsches Spracharchiv) aus dem dort vorliegenden Bestand digitalisiert. Nach Abschluss der Erhebung wurden die Aufnahmen vom IBG und den einzelnen Kooperationspartnern transkribiert, um sie für das Basic-German-Projekt auswerten zu können. Standard-sprachliche, phonetische und phonemische Transkripte zu 10 Aufnahmen aus vier Städten wurden in den Bänden 16 und 35/36 sowie zu 26 gekürzten umgangssprachlichen Proben in Band 17 der vom DSAv herausgegebenen Reihe PHONAI publiziert. In einem gemeinsamen Projekt des seit 1976 an die Stanford University verlegten IBG, des DSAv im IDS und des Goethe-Instituts München erfolgte 1978-1982 eine Überarbeitung der Transkripte und teilweise Neu-Transkription der Aufnahmen. Die Transkripte des Korpus PF-- wurden mit weiteren Projektinformationen veröffentlicht in: J. Alan Pfeffer, Walter F. W. Lohnes (Hrsg.) (1984): Grunddeutsch. Texte zur gesprochenen deutschen Gegenwartssprache. (PHONAI Bde. 28-30) Tübingen: Niemeyer. Die Vorlage für die Publikation wurde in der früheren Arbeitsstelle Linguistische Datenverarbeitung des IDS erstellt, sie diente auch als Grundlage für die Digitalisierung der Korpusdaten und der Transkripte. Archiviert sind 414 digitale Transkripte zu allen 398 Aufnahmen, davon sind 398 Transkripte die digitalen Versionen der in PHONAI Bde. 29/30 publizierten Transkripte (Wortlaut in alter Orthographie ; Satzzeichen nach alter Standard-Interpunktion, zusätzliche Notationen, Lemmatisierung, POS-Tagging), die im AGD mit dem Ton synchronisiert (aligniert) wurden. 16 Aufnahmen aus Tübingen und Stuttgart wurden in einem gemeinsamen Projekt mit dem AGD 2015-2021 vom Arno-Ruoff-Archiv/Ludwig-Uhland-Institut der Universität Tübingen (früher: Tübinger Arbeitsstelle Sprache in Südwestdeutschland) neu transkribiert (an der neuen Orthografie orientierte hochsprachliche Übertragung (Token für Token), Erläuterungen der Transkribenten, Lemmatisierung, POS-Tagging). Außerdem gibt es eine Themenliste, eine Liste der sprachlichen Besonderheiten und eine Liste der Berufe der Sprecher, die anhand der Metadaten erstellt wurden, sowie alphabetisch und nach Frequenzen geordnete Wort- und Lemmalisten. Das Korpus PF-- wird in der Datenbank für Gesprochenes Deutsch (DGD) bereitgestellt, einzelne Aufnahmen können auch im persönlichen Service des AGD weitergegeben werden.

398 Ereignisse 398 Sprechereignisse 402 Sprecher
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RUDI
Russlanddeutsche Dialekte

Das Korpus Russlanddeutsche Dialekte entstand im Rahmen von mehreren Projekten der Universitäten Tomsk und Omsk (Sibirien) im Zeitraum von 1959 bis 1989. Der besondere Wert des Korpus besteht darin, dass es authentische Sprachaufnahmen aus den heute nicht mehr existierenden deutschen Sprachinseln im östlichen Teil der ehemaligen Sowjetunion erfasst. Es handelt sich um Erzählungen, Interviews und Erinnerungen der Russlanddeutschen. Das Korpus repräsentiert den Sprachgebrauch kompetenter Mundartträger in damals intakten Sprachinseln und veranschaulicht die sieben Haupttypen der russlanddeutschen Dialekte: Hessisch, Schwäbisch, Bairisch, Südfränkisch, Wolhyniendeutsch, Niederdeutsch und Pfälzisch. Das Korpus ist nicht nur aus sprachlicher Sicht auf deutsche Mundarten in diesen Sprachinseln interessant, sondern spiegelt auch viele Facetten des Alltagslebens und der Kultur der Russlanddeutschen in diesem Zeitraum wider.

20 Ereignisse 286 Sprechereignisse 20 Sprecher
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SA
Kindersprache: Saarbrücker Korpus

Das Korpus Kindersprache: Saarbrücker Korpus (SA--) wurde im Rahmen eines Projekts der Universität Saarbrücken erstellt. Projektleiter waren Rainer Rath, Hubert Immesberger und Josef Schu. Anhand des Korpus wurde der späte ungesteuerte Spracherwerb türkischer und italienischer Kinder untersucht. Das Korpus SA-- umfasst 65 Tonaufnahmen aus der Zeit von 1982 bis 1984 mit einer Gesamtdauer von 4 Stunden und 33 Minuten, die in Situationen teilnehmender Beobachtung im Saarland gemacht wurden. Es handelt sich um Aufnahmen von Kind-Erwachsenen-Interaktionen. Im Mittelpunkt der Aufnahmen stehen zwei türkische, zwei italienische und zwei deutsche Kinder im Alter von 9 bis 13 Jahren. Aufgezeichnet wurden Sprechereignisse unterschiedlicher Art (u.a. Beschreibungen, Erzählungen, Inhaltsangaben, Nacherzählungen, Planungen, Spiele, Unterhaltungen, Verabredungen und Wegbeschreibungen). Die Aufnahmen wurden im Archiv für Gesprochenes Deutsch (AGD) (früher: Deutsches Spracharchiv) digitalisiert. Die Transkripte des Korpus SA-- sind veröffentlicht in: Rainer Rath, Hubert Immesberger, Josef Schu, (1987): Kindersprache - Texte italienischer und türkischer Kinder zum ungesteuerten Zweitspracherwerb. Mit Vergleichstexten deutscher Kinder. Phonai, Bd. 32. Tübingen: Niemeyer. Digitale Transkripte sind nicht archiviert. Die Aufnahmen des Korpus SA-- werden in der Datenbank für Gesprochenes Deutsch (DGD) bereitgestellt, einzelne Aufnahmen können auch im persönlichen Service des AGD weitergegeben werden.

48 Ereignisse 48 Sprechereignisse 46 Sprecher
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SR
Slawische Mundarten im Ruhrgebiet

Das Korpus Slawische Mundarten im Ruhrgebiet (SR--) wurde in einem Projekt des Seminars für Slawistik der Universität Bochum in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Spracharchiv (DSAv) erstellt. Projektleiter war Christian A. van den Berk. Das Korpus SR-- umfasst 31 Tonaufnahmen aus dem Jahr 1969. 23 Aufnahmen mit einer Gesamtdauer von 6 Stunden und 40 Minuten sind zugänglich. Es handelt sich um Aufnahmen von Erzählungen von 23 Frauen und Männern im Alter zwischen 17 und 78 Jahren. Neben den slawischen Sprachen (Polnisch, Slowenisch, Ukrainisch, Russisch) wurde auch Deutsch gesprochen. Die Aufnahmen, die in Bochum, Bottrop, Essen, Herne und Recklinghausen entstanden sind, wurden im Archiv für Gesprochenes Deutsch (AGD) (früher: Deutsches Spracharchiv) digitalisiert. Transkripte sind nicht archiviert. Anhand der Metadaten wurde eine Themenliste erstellt. Das Korpus SR-- wird in der Datenbank für Gesprochenes Deutsch (DGD) bereitgestellt, einzelne Aufnahmen können auch im persönlichen Service des AGD weitergegeben werden.

23 Ereignisse 23 Sprechereignisse 23 Sprecher
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SV
Deutsche Mundarten: Südwestdeutschland und Vorarlberg

Das Korpus Deutsche Mundarten: Südwestdeutschland und Vorarlberg (SV--) wurde im Rahmen eines Projekts der Tübinger Arbeitsstelle Sprache in Südwestdeutschland (damals Außenstelle des Deutschen Spracharchivs DSAv) erstellt. Projektleiter waren Arno Ruoff und Eugen Gabriel (für Vorarlberg). Die Tonaufnahmen dienten der Verdichtung und Ergänzung des Korpus Deutsche Mundarten: Zwirner-Korpus (ZW--) in verschiedenen Gebieten Baden-Württembergs und in Vorarlberg (Österreich). Die Aufnahmeaktion orientierte sich an den für das Korpus ZW-- in Südwestdeutschland gemachten Aufnahmen. Bis zur organisatorischen Trennung der Tübinger Arbeitsstelle vom Deutschen Spracharchiv 1970 wurden 250 Aufnahmen in das DSAv übernommen, danach wurde das Korpus von der Tübinger Arbeitsstelle allein mit weiteren Aufnahmen fortgeführt. Im Rahmen des gemeinsamen Transkriptionsprojekts wurden 2021 weitere 25 Aufnahmen aus dem nur von der Tübinger Arbeitsstelle verantworteten Teil des Korpus in das Archiv für Gesprochenes Deutsch (AGD; Nachfolger des DSAv) übernommen. Weitere Informationen über das Projekt sind veröffentlicht in: Ruoff, Arno (1973): Grundlagen und Methoden der Untersuchung gesprochener Sprache. IDIOMATICA Bd. 1; Tübingen: Niemeyer. Das Korpus SV-- umfasst nach der Erweiterung 275 Tonaufnahmen, davon sind 267 Tonaufnahmen aus der Zeit von 1963 bis 1987 mit einer Gesamtdauer von 78 Stunden und 45 Minuten extern zugänglich. Es handelt sich um Aufnahmen mit 267 Sprechern (Frauen und Männer), z.T. Gewährsleute für den Sprachatlas von Vorarlberg und Liechtenstein und z.T. Personen aus Bessarabien (Ukraine), die nach dem Zweiten Weltkrieg nach Württemberg umgesiedelt wurden. Aufgenommen wurden Erzählungen und Standardtexte (Wochentage, Zahlen). Die ersten 250 Aufnahmen wurden im Archiv für Gesprochenes Deutsch (AGD) (früher: Deutsches Spracharchiv) digitalisiert, die übrigen 25 Aufnahmen wurden in Tübingen digitalisiert und in dieser Form ins AGD übernommen. Literarische Transkripte zu 17 Aufnahmen wurden in den beiden von der Tübinger Arbeitsstelle zusammengestellten Alltagstext-Bänden publiziert (Ruoff, Arno (Hrsg.) (1984/1985) Alltagstexte I und II. IDIOMATICA Bd. 10 und Bd. 11; Tübingen: Niemeyer). In einem gemeinsamen Projekt mit dem AGD wurden 2015-2021 vom Arno-Ruoff-Archiv/Ludwig-Uhland-Institut der Universität Tübingen (Nachfolger der Tübinger Arbeitsstelle) 93 Aufnahmen aus Baden-Württemberg neu transkribiert, darunter die 25 neu aus Tübingen ins AGD übernommenen Aufnahmen sowie 68 Aufnahmen aus dem älteren Bestand (an der neuen Orthografie orientierte hochsprachliche Übertragung (Token für Token), Erläuterungen der Transkribenten, Lemmatisierung, POS-Tagging). Die 93 Transkripte wurden mit dem Ton synchronisiert (aligniert). Anhand der Metadaten wurden eine Themenliste und eine Liste der Berufe der Sprecher erstellt. Das Korpus SV-- wird in der Datenbank für Gesprochenes Deutsch (DGD) bereitgestellt, einzelne Aufnahmen können auch im persönlichen Service des AGD weitergegeben werden.

267 Ereignisse 267 Sprechereignisse 267 Sprecher
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SW
Deutsche Mundarten: Schwarzwald

Das Korpus Deutsche Mundarten: Schwarzwald (SW--) wurde im Rahmen eines Projekts der Tübinger Arbeitsstelle Sprache in Südwestdeutschland (damals Außenstelle des Deutschen Spracharchivs DSAv) erstellt. Projektleiter war Arno Ruoff. Die Aufnahmen dienten der Verdichtung und Ergänzung des Korpus Deutsche Mundarten: Zwirner-Korpus (ZW--). Die Aufnahmeaktion orientierte sich an den für das Korpus ZW-- gemachten Aufnahmen. Die Daten sollten u.a. Analysen der Ortssprachen von drei Weilern im nördlichen Schwarzwald (Schönmünz, Romishorn und St. Roman) ermöglichen. Die etwas abseits gelegenen Orte wurden bewusst ausgewählt, weil dort noch in weitaus reinerer Form erhaltene Ortsmundarten vermutet wurden. Weitere Informationen über das Projekt sind veröffentlicht in: Ruoff, Arno (1973): Grundlagen und Methoden der Untersuchung gesprochener Sprache. IDIOMATICA Bd. 1; Tübingen: Niemeyer. Das Korpus SW-- umfasst 130 Tonaufnahmen, davon sind 126 Tonaufnahmen aus den Jahren 1964 und 1974 mit einer Gesamtdauer von 36 Stunden und 31 Minuten extern zugänglich. Es handelt sich um Aufnahmen mit (122) Sprechern (Frauen und Männer) aus den damaligen Kreisen Freudenstadt und Wolfach. Bei 5 Sprechern wurde 1974 mit 10 Jahren Abstand eine zweite Aufnahme durchgeführt. Aufgenommen wurden die Vorlesesprache, Erzählungen und Standardtexte (Wochentage, Zahlen). Die Aufnahmen wurden im Archiv für Gesprochenes Deutsch (AGD) (früher: Deutsches Spracharchiv) digitalisiert. Literarische Transkripte zu 10 Aufnahmen wurden in den beiden von der Tübinger Arbeitsstelle zusammengestellten Alltagstext-Bänden publiziert (Ruoff, Arno (Hrsg.) (1984/1985) Alltagstexte I und II. IDIOMATICA Bde. 10 und 11; Tübingen: Niemeyer). 126 Aufnahmen wurden in einem gemeinsamen Projekt mit dem AGD 2015-2021 vom Arno-Ruoff-Archiv/Ludwig-Uhland-Institut der Universität Tübingen (Nachfolger der Tübinger Arbeitsstelle) neu transkribiert (an der neuen Orthografie orientierte hochsprachliche Übertragung (Token für Token), Erläuterungen der Transkribenten, Lemmatisierung, POS-Tagging). Die Transkripte wurden mit dem Ton synchronisiert (aligniert). Anhand der Metadaten wurden eine Themenliste und eine Liste der Berufe der Sprecher erstellt. Das Korpus SW-- wird in der Datenbank für Gesprochenes Deutsch (DGD) bereitgestellt, einzelne Aufnahmen können auch im persönlichen Service des AGD weitergegeben werden.

126 Ereignisse 126 Sprechereignisse 122 Sprecher
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WISC
Deutsch in Wisconsin

Das Korpus "Deutsch in Wisconsin" (WISC) besteht aus 120 Tonaufnahmen mit verschiedenen deutschen Varietäten aus dem US-Bundesstaat Wisconsin im Mittleren Westen der USA, die 1968/1969 von dem aus Deutschland in die USA gewechselten Wissenschaftler Jürgen Eichhoff aus Madison/Wisconsin erhoben wurden. Überwiegend wurden niederdeutsche Varietäten erhoben (meist 3. Generation deutscher Einwanderer aus Pommern, Mecklenburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen), daneben mitteldeutsche ("Dane County Kölsch") und oberdeutsche Varietäten (Bayerisch/Österreichisch) sowie Schwyzerdytsch, außerdem diverse standardsprachliche Sprecher. 64 Tonaufnahmen wurden als Kopien in das Deutsche Spracharchiv (DSAv) aufgenommen und im Korpus "Binnen- und auslandsdeutsche Mundarten: Varia" (VII, später MV) zusammen mit anderen Aufnahmen auswärtiger Wissenschaftler archiviert. Die Aufnahmen wurden 1992 für den Gesamtkatalog des DSAv (PHONAI Bd. 38/39) ausgewählt und in der Datenbank für gesprochenes Deutsch (DGD) des DSAv in das Korpus "Deutsch in Nordamerika" (NA) eingebracht, in der DGD2 waren sie bisher im Korpus MV-- (s. dort) zugänglich. Sie wurden nach technischer Überarbeitung in das neue Korpus WISC überführt. Die übrigen 56 Aufnahmen sind 2004 als digitale Kopien vom Max Kade Institute in Madison übernommen worden und erstmals über die DGD zugänglich. Das Korpus setzt sich in der DGD zusammen aus 65 Ereignissen mit 99 Sprechereignissen, die Gesamtdauer beträgt 79 Stunden. Es handelt sich um Aufnahmen mit 63 Sprechern (Frauen und Männer, zumeist aus der älteren Generation) aus verschiedenen Regionen Wisconsins in Sprechereignissen unterschiedlicher Art: Erzählungen, Standardtexte (Wenkersätze, Wortliste, Zahlen, Wochentage) und freie Interviews. 64 Aufnahmen (Erzählungen, Wenkersätze) wurden im Archiv für Gesprochenes Deutsch (AGD) (früher: Deutsches Spracharchiv) digitalisiert, 56 Aufnahmen (Wortlisten und Interviews) als digitale Versionen aus Madison/Wisconsin übernommen und im AGD technisch bearbeitet. Digitale Transkripte sind nicht vorhanden. Die Tonaufnahmen des Korpus WISC werden in der Datenbank für Gesprochenes Deutsch (DGD) bereitgestellt, einzelne Aufnahmen können auch im persönlichen Service des AGD weitergegeben werden. Ähnliche Aufnahmen finden sich in der DGD im ebenfalls aus dem alten Korpus MV-- hervorgegangenen Korpus "Extraterritoriale Varietäten: Varia" (MVEX).

65 Ereignisse 99 Sprechereignisse 63 Sprecher
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ZW
Deutsche Mundarten: Zwirner-Korpus

Das Korpus Deutsche Mundarten: Zwirner-Korpus (ZW--) wurde in Rahmen eines Projekts des Deutschen Spracharchivs (DSAv) erstellt. Projektleiter war Eberhard Zwirner. Ziel des Projekts war, die Dialekte in Deutschland möglichst vollständig zu erfassen und die Aufnahmen im DSAv für phonometrische Untersuchungen zu nutzen. Die Erhebung wurde hauptsächlich in der Zeit von 1955 bis 1961 in den alten Bundesländern der BR Deutschland durchgeführt, darüber hinaus auch in Österreich (Vorarlberg), Liechtenstein und Frankreich (Elsass). Zwischen 1964 und 1972 gab es in einigen Gebieten Ergänzungsaufnahmen und Sondererhebungen z.B. in den Niederlanden und in fast allen Orten des westfälischen Kreises Herford. In den einzelnen Regionen waren für die Auswahl der Informanten und die Erhebung u.a. einschlägig qualifizierte Dialektologen oder Mitarbeiter der Arbeitsstellen der regionalen Dialektwörterbücher verantwortlich. Ihnen oblag die Vorbereitung und Durchführung der Aufnahmen, während die tontechnische Realisierung von einem Toningenieur des DSAv verantwortet und mit einem vom DSAv bereitgestellten Aufnahmewagen durchgeführt wurde. Für die Auswahl der Aufnahmeorte wurde ein Planquadratnetz mit einer Seitenlänge von sechzehn Kilometern über das Gebiet gelegt und in jedem Planquadrat mindestens ein Ort ausgewählt. In jedem Ort wurden in der Regel drei autochthone Sprecher befragt, nach Möglichkeit je einer aus der jüngeren, der mittleren und der älteren Generation (um 20 Jahre, um 40 Jahre und über 60 Jahre). Durch die Einbeziehung von Flüchtlingen, Vertriebenen und Übersiedlern aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten, aus der sowjetischen Besatzungszone bzw. DDR und aus den Staaten Ost- und Südosteuropas konnten zahlreiche Mundarten dieser Gebiete aufgenommen werden, die in den 1950er Jahren - kurze Zeit nach Vertreibung oder Umsiedlung - von ihren Sprechern noch weitgehend unbeeinflusst durch die neue Umgebung gesprochen wurden. Auch hier wurden möglichst Sprecher aus unterschiedlichen Generationen ausgewählt wie sie am Aufnahmeort vorhanden waren. Neben dialektalen Beiträgen wurden umgangssprachliche und standardsprachliche Beiträge aufgenommen. Regionale Sprachen und Sprachminderheiten wurden berücksichtigt, so Nordfriesisch (Festland und Inseln) und Platt-Dänisch in Schleswig-Holstein, Saterfriesisch im nordwestlichen Niedersachsen, der romanisch-französische Dialekt in Teilen der Vogesen im Elsass (Pays Welche), bei den Vertriebenen Wasserpolnisch aus Oberschlesien, in den Niederlanden Westfriesisch, Jiddisch und die Sprachen der ehemaligen niederländischen Kolonien in Südamerika und Südostasien. Das Korpus ZW-- umfasst 5809 Tonaufnahmen, davon sind 5796 Tonaufnahmen (darunter ca. 90 Aufnahmen in niederländischer Sprache) aus der Zeit von 1955 bis 1972 mit einer Gesamtdauer von 1077 Stunden und 15 Minuten extern zugänglich. 5887 Sprecher (Frauen und Männer) sind dokumentiert. Aufgenommen wurden Sprechereignisse unterschiedlicher Art, u.a. Erzählungen und Standardtexte (Wochentage, Zahlen, regional zusätzlich Wenkersätze, Sätze des Pfälzischen Wörterbuchs, dialektgeografische Testsätze von Theodor Baader). Die Aufnahmen wurden im Archiv für Gesprochenes Deutsch (AGD) (früher: Deutsches Spracharchiv) digitalisiert. Die 130 Aufnahmen aus dem Kreis Herford (Westfalen), die in Kooperation von DSAv und Kreisheimatverein Herford transkribiert und in der ersten DGD des DSAv in einem eigenständigen „Herforder Korpus“ (HE) angeboten wurden, sind in der DGD 2 mitsamt Transkripten wieder ins Korpus ZW-- integriert worden. Nach Zwirners Vorstellung sollten die Tonaufnahmen orthografisch, literarisch und phonetisch transkribiert werden, was wegen der großen Menge an Aufnahmen nur teilweise gelang. Standard-sprachliche, phonetische und literarische bzw. phonologische oder phonemische Transkripte zu ca. 100 Aufnahmen wurden in zahlreichen Bänden der vom DSAv herausgegebenen Reihen PHONAI und Lautbibliothek der deutschen Mundarten (LDM) sowie weiteren Publikationen veröffentlicht. Zurzeit sind zu 2922 Aufnahmen 2944 digitale Transkripte archiviert. Davon sind 2396 im DSAv/AGD digitalisiert worden (an der alten Orthographie orientierte hochsprachliche Übertragung, Erläuterungen der Transkribenten, Lemmatisierung, POS-Tagging). 85 niederdeutsche Aufnahmen aus Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Westfalen wurden 2013-2016 in einem gemeinsamen Projekt von AGD und Universität Oldenburg neu transkribiert, weitere 14 aus Bayerisch-Schwaben und Oberbayern 2017 in einem Transkriptions-Seminar an der Universität Augsburg sowie 449 Aufnahmen aus dem alemannischen Sprachgebiet 2015-2021 vom Arno-Ruoff-Archiv/Ludwig-Uhland-Institut der Universität Tübingen (früher: Tübinger Arbeitsstelle Sprache in Südwestdeutschland) in Kooperation mit dem AGD, 427 davon erstmalig digital zugänglich (an der neuen Orthografie orientierte hochsprachliche Übertragung (Token für Token), Erläuterungen der Transkribenten, Lemmatisierung, POS-Tagging). Alle Transkripte wurden mit dem Ton synchronisiert (aligniert). Anhand der Metadaten wurden eine Themenliste, eine Liste der sprachlichen Besonderheiten und eine Liste der Berufe der Sprecher erstellt. Außerdem gibt es alphabetisch und nach Frequenzen geordnete Wort- und Lemmalisten. Das Korpus ZW-- wird in der Datenbank für Gesprochenes Deutsch (DGD) bereitgestellt, einzelne Tonaufnahmen können auch im persönlichen Service des AGD weitergegeben werden.

5796 Ereignisse 5796 Sprechereignisse 5887 Sprecher